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Edel-Etablissement auf Sylt : Gemeinde und Kreis haben Bordell doch genehmigt

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Baurechtlich ist das geplante Nobel-Etablissement in der Westerländer Strandstraße nicht zu verhindern: Kreis und Gemeinde genehmigten das Bordell.

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erstellt am 29.Okt.2013 | 06:00 Uhr

Westerland | Baurechtlich wird Freudenhaus-Betreiber Jürgen Rudloff, der in der Westerländer Strandstraße – wie am Sonnabend berichtet – bis Ende 2014 ein Nobel-Bordell errichten will, wohl keine Probleme bekommen: Nachdem ein Sprecher des Kreises Nordfriesland am Freitag betonte, das Bauamt habe dort kein Bordell genehmigt, musste die Behörde diese Angaben gestern korrigieren: „Das Bauamt hat einen bordellartigen Betrieb genehmigt“, sagte der Pressesprecher des Kreises, Hans-Martin Slopianka. Gleiches gilt auch für den Bauausschuss der Gemeinde Sylt: „Das Bordell ist durchgewunken worden – baurechtlich ist der Drops also gelutscht“, sagt auch Petra Reiber, Bürgermeisterin der Gemeinde Sylt.

Laut Slopianka hätte das Etablissement nur verhindert werden können, wenn die Gemeinde Sylt für das Gebiet der Strandstraße einen B-Plan aufgestellt hätte – den gibt es nämlich nicht. „Dann hätte man festlegen können, was die Gemeinde dort haben will, und was nicht“, so Slopianka weiter. „Das Gebiet ist eine baurechtliche Gemengelage, die durch Gewerbe und Wohnen geprägt ist, aber das Gewerbe überwiegt deutlich.“ Da beim geplanten Umbau ein „bordellähnliches Gewerbe“ beantragt wurde, habe der Kreis einen positiven Bescheid erteilen müssen.

„Bordellähnlicher Charakter, das ist doch Volksverdummung – dann kann man das Kind auch gleich beim Namen nennen“, ärgert sich Bürgermeisterin Reiber. Sie halte es nicht für günstig, dass in der Strandstraße ein neues Bordell eröffnet wird: „Da besteht das Risiko, dass sich dort ein Rotlichtmilieu entwickelt.“ Generell, so Reiber weiter, halte sie es aber für richtig, dass es Bordelle gebe – auch auf Sylt: „Bordelle haben eine Präventionswirkung vor sexuellen Übergriffen“, glaubt die Juristin. Allerdings möchte sie nicht, dass auf Sylt „an jeder Ecke“ ein neues Etablissement dieser Art eröffne. Das bekannte Bordell der Insel, das „Eve’s“ an der Westerländer Norderstraße, reiche doch aus, so Reiber weiter: „Darüber habe ich in den 17 Jahren, in denen es das Eve’s gibt, nicht eine einzige Beschwerde gehört. Für das Milieu wird es meiner Meinung nach seriös betrieben.“

Baurechtlich kann das geplante Edel-Bordell von Jürgen Rudloff, das Ende 2014 eröffnet werden soll, wohl nicht mehr verhindert werden. „Aber es wurde ja noch kein Gewerbe angemeldet“, sagt Reiber, „sollte das so weit sein, werde ich es als Chefin des Ordnungsamts natürlich sehr zuverlässig prüfen.“ Auch auf die „Zuverlässigkeit“ und „Seriosität“ des Betreibers werde die Gemeinde ein Auge haben.

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