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Museen auf der Insel : Gemeinde Sylt will Heimatverein unterstützen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Söl’ring Foriining soll von der Gemeinde Sylt in Zukunft doppelt so viel Geld bekommen wie zuvor. Finanzausschuss sieht Verein als „unverzichtbar“.

Die Söl’ring Foriining (SF) soll bald mehr Geld von der Gemeinde Sylt bekommen. Der Finanzausschuss hatte auf seiner Sitzung am Mittwochabend empfohlen, dass dem größten bürgerschaftlichen Verein in Nordfriesland 44 580   Euro zur Verfügung gestellt werden – das ist doppelt so viel wie zuvor. Acht der elf Mitglieder stimmten dafür. Hinzu könnte außerdem Geld von den anderen Inselgemeinden kommen.

Mit einem strukturellen Defizit von rund 90  000 Euro ist die finanzielle Situation des Vereins schwer belastet. Der Entscheidung war eine längere Debatte vorausgegangen: Mitglieder des Ausschusses hatten bemängelt, dass ein konkretes Konzept sowie ein Wirtschaftsplan fehlten, um zu belegen, wofür der Heimatverein das Geld brauche. „Ja, das ist eine große Summe und ein gewaltiger Unterschied – daher wollen wir vom Finanzausschuss genau wissen, wofür genau es verwendet wird“, sagt der Vorsitzende Wolfgang Jensen (CDU). Kritisch zeigte sich angesichts des „fehlenden Konzepts“ auch Gerd Nielsen (SPD): „Ich kann keine Entscheidung treffen, ohne dass etwas vorliegt – da tappe ich im Dunklen“. Grundsätzlich sei er jedoch dazu bereit, mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Gegen diese Kritik wehrte sich Sven Lappoehn, Geschäftsführer der SF: „Welches Unternehmen kann schon so früh im Jahr seinen Jahresabschluss vorweisen“, sagt er. Bis Ende Juni will der Verein die fehlenden Unterlagen – darunter die Bilanzen für 2015 – nachreichen.

Einig waren sich alle Mitglieder des Finanzausschusses ohnehin darin, dass es „unverzichtbar“ ist, den kulturellen Verein auf der Insel zu fördern. „Es geht um die Söl’ring Foriining, das ist eine wichtige Arbeit, die hier geleistet wird“, sagt Bürgervorsteher Peter Schnittgard sichtlich erregt. Die Politik sei hier Pate und stehe daher in der Verantwortung, dies auch angemessen zu fördern.

„Wir reden hier von der Beseitigung eines strukturellen Defizits – und nicht der Erfüllung zusätzlicher Wünsche“, sagt Lappoehn. Das Geld würde schlicht für das Tagesgeschäft gebraucht – um die Museen zu betreiben. Als Eigentümer von denkmalgeschützten Gebäuden wie dem Heimatmuseum oder dem Altfriesischen Haus in Keitum schiebt der Verein zusätzlich zu seinem Defizit die Instandhaltungsmaßnahmen vor sich her, für die rund 530  000 Euro veranschlagt werden.

Der Verein wird durch die Inselgemeinden mit dem „einwohnerbezogenen Zuschuss“ unterstützt: Diese 1,50 Euro pro Bürger reichten – laut SF – für ein kostendeckendes Betreiben der Einrichtungen nicht mehr aus. Demnächst könnten sie jetzt drei Euro pro Jahr und Einwohner von der Gemeinde bekommen. Zudem will der Verein die Eintrittsgelder für die Museumsbesuche erhöhen.

Bisher hatte er seinen Haushalt zusätzlich über Spenden und einer gehörigen Portion Hoffnung und Vertrauen in die Spender verabschiedet. Dieses Modell funktioniert nicht mehr, da die durchschnittliche Summe nicht ausreicht. Mitte März werden die Sylter Gemeindevertreter über den Vorschlag des Finanzausschusses beraten.

Die 1906 gegründete SF engagiert sich für den Natur- und Küstenschutz sowie die Brauchtumspflege mit ihrer Spracharbeit und Trachtenpflege. Zudem sind sie für die vier Museen auf der Insel zuständig, zu denen neben dem Heimatmuseum und dem Altfriesischen Haus der Denghoog in Wenningstedt und die Kampener Vogelkoje gehören. Rund 70000 Menschen besuchen die Museen jedes Jahr.

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erstellt am 04.Mär.2016 | 06:19 Uhr

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