Klinik auf Sylt : Gemeinde Sylt lässt vom Haus Quickborn ab

Das ehemalige Klinikgebäude Haus Quickborn.
Das ehemalige Klinikgebäude Haus Quickborn.

Beschlagnahmung der ehemaligen DAK-Klinik Haus Quickborn bleibt wahrscheinlich aus. Für Flüchtlinge wird die Gemeinde Sylt das leer stehende Gebäude wohl nicht benutzen.

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28. Mai 2015, 05:23 Uhr

Die groß angekündigte Beschlagnahmung der ehemaligen DAK-Klinik Haus Quickborn durch die Gemeinde Sylt wird wohl nun doch nicht stattfinden. Zudem sprachen sich die Mitglieder des Hauptausschusses der Gemeinde Sylt am Dienstagabend im nicht-öffentlichen Teil auch gegen die Option aus, das Gebäude für die Unterbringung von Flüchtlingen anzumieten.

Offenbar sind die Mietkosten für das Gebäude zu hoch. Generell habe der Hauptausschuss signalisiert, dass eine dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge wünschenswert sei, sagte der stellvertretende Bürgermeister Carsten Kerkamm gegenüber unserer Zeitung. Von Seiten des Ordnungsamtes war sich zuvor stets für eine möglichst zentrale Unterbringung ausgesprochen worden, um eine gute Betreuung der Menschen gewährleisten zu können.

Die ehemalige Bürgermeisterin Petra Reiber hatte die Beschlagnahmung des Gebäudes gemeinsam mit Bürgermeister Nikolas Häckel in die Wege geleitet – mit der Begründung, die Gemeinde habe sonst keinerlei Möglichkeiten, Flüchtlinge unterzubringen. Ob diese Argumentation eine Beschlagnahmung gerechtfertig hätte, daran scheint die Gemeinde nach Kenntnis der Sylter Rundschau nun auch zu zweifeln.

In der Sitzung des Hauptausschusses machten die Mitglieder allerdings auch deutlich, dass sie nicht bereit seien, für einen möglichen Käufer den Bebauungsplan des Geländes zu verändern. Dieser schreibt vor, dass dort nur Einrichtungen zur Kinder- und Jugenderholung betrieben werden dürfen. Damit wird auch einem Investor, der das Gebäude von der DAK kaufen und zu einem anderen Zweck nutzen wollte, ein Strich durch die Rechnung gemacht. Möglich ist, dass dieser nun von einem Rücktrittsrecht Gebrauch macht. Ob die Gemeinde dann selbst wieder Interesse an dem Gebäude anmeldet, ist unklar.

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