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Sylter Dauerwohnraum : Gemeinde Sylt dreht an der Mietschraube

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Sylt wird teurer: Die Grundmiete der gemeindeeigenen Wohnungen soll künftig sechs Euro pro Quadratmeter betragen. Der Wohnungsbauausschuss steht wegen des Umgangs mit dem Thema in der Kritik.

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erstellt am 26.Feb.2014 | 06:00 Uhr

Sylt | Den Mietern der 847 Wohnungen des Kommunalen Liegenschafts-Managements (KLM) könnten demnächst Mieterhöhungen ins Haus stehen: Der Wohnungsbauausschuss beschloss in nicht-öffentlicher Sitzung, eine Grund-Kaltmiete in Höhe von sechs Euro pro Quadratmeter für alle KLM-Wohnungen einzuführen. Bisher liegt der Mietdurchschnitt aller KLM-Wohnungen bei 4,50 Euro, so Ausschussvorsitzender Mario Pennino (SWG). Dies läge weit unter dem Landesschnitt (zum Vergleich: Die Kaltmieten liegen in Niebüll bei rund 5, 80 Euro pro Quadratmeter, und bei 5,66 Euro in Flensburg).

Die Grundmiete von sechs Euro soll dann je nach Zustand der Wohnung variiert werden, erklärte Pennino weiter: „Wenn eine Wohnung gerade saniert wurde, kann die Zielmiete also bei acht Euro liegen. Hat sie nur einen Nachtspeicherofen, könnte man um 50 Cent pro Quadratmeter runter gehen.“ Pennino sieht eine Anpassung der Mieten als längst überfälligen Schritt. Bei bestehenden Mietverträgen soll die Miete langsam erhöht werden, bei Neuabschlüssen künftig gleich die neue, erhöhte Miete vereinbart werden.

Generell ist auch Gerd Nielsen mit Erhöhungen der KLM-Miete einverstanden – die Art und Weise, wie das Thema im Ausschuss thematisiert wurde, sei allerdings „unmöglich“: Die Ausschussmitglieder hätten keinerlei Unterlagen von KLM erhalten und lediglich anhand eines Vortrages von KLM-Chef Kopplin über das Thema entscheiden sollen: „Wir müssen uns doch ausführlich mit dem Thema beschäftigen – dafür müssen wir die Berechnungen von KLM aber erst einmal in schriftlicher Form vorliegen haben. Man kann so ein wichtiges Thema doch nicht einfach so durchwinken“, findet der SPD-Fraktionsvorsitzende. Zudem sollte die Größe und die Lage der Wohnungen mit in die Mietpreisberechnung einfließen, findet er. Bevor die Gemeindevertretung endgültig über die Erhöhung entscheidet, soll KLM nun prüfen, ob die Lage der Wohnung in die Errechnung der Zielmiete mit aufgenommen werden kann.

Dass der Bauausschuss über das Thema Mieterhöhungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit beraten hat, erklärt sich für den Ausschussvorsitzenden dadurch, dass durch die Nennung der Adressen der KLM-Mieter Rückschlüsse auf ihre Person gezogen werden könnten. Frei von solcherlei Skrupeln diskutierte der Ausschuss allerdings kurze Zeit zuvor über die Miethöhen der fünf Wohnungen in der Alten Realschule: Für die gut 112 Quadratmeter große Fünf-Zimmer-Wohnung im fünften Obergeschoss zahlen die Mieter beispielsweise eine monatliche Kaltmiete in Höhe von 442,97 Euro, so KLM. Für Mitglieder des Ausschusses sind solche Miethöhen auch ein Zeichen dafür, dass eine Anpassung der KLM-Mieten dringend vonnöten sei. Die Politiker hatten die Mieterhöhungen vergangenen Herbst ins Gespräch gebracht, damit das Kommunale Liegenschafts-Management aus den roten Zahlen kommt. Im vergangenen Jahr hatte es rund eine halbe Millionen Euro Verlust eingefahren.

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