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Sylter Rundschau

17. Dezember 2017 | 01:43 Uhr

Westerland : Gemeinde ringt um Gosch-Neubau

vom

Kommunalpolitik lehnt Abriss und Neubau des Restaurants in der Friedrichstraße ab / Verwaltung und Kreis verweisen auf rechtliche Zulässigkeit

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erstellt am 04.Mai.2013 | 07:53 Uhr

Westerland | Kurzfristig hat die Gemeinde Sylt eine weitere, allerletzte Gemeindevertretersitzung noch vor der anstehenden Kommunalwahl anberaumt. Ursprünglich war man in der Inselpolitik davon ausgegangen, dass das Gremium bereits drei Wochen zuvor das letzte Mal in dieser Legislaturperiode getagt hätte. Der Grund für die Sondersitzung am Dienstag, 14. Mai, versteckt sich im nichtöffentlichen Teil der Tagesordnung: Die Politiker sollen indirekt über eine Bauvoranfrage der Firma Gosch entscheiden.

Das Thema liegt dabei nicht das erste Mal auf dem Tisch der Kommunalpolitiker: Der Bau- und Planungsausschuss hatte im März den ersten Antrag des Unternehmens abgewiesen. Gosch will den Abriss und anschließenden Neubau seines Restaurants in der Friedrichstraße 15 a und b. "Das Bauvorhaben von Gosch sieht zweieinhalb Geschosse vor. Damit wäre es genauso hoch wie das anliegende Gebäude der Henner-Krogh-Stiftung", sagt der Chef des Inselbauamts, Wolfgang Knuth. Genau diese gesteigerte Geschosshöhe war der Mehrheit der Ausschussmitglieder ein Dorn im Auge. Aus dem Kreise der Teilnehmer der nichtöffentlichen Sitzung sickerte später durch, dass auch die Arbeitsskizze der neuen Gosch-Fassade, erstellt von dem Architekturbüro Schlums und Franzen, nicht bei allen Politikern gut ankam.

Entgegen der Abstimmung sahen Kreis und Inselbauamt aber keine rechtlichen Möglichkeiten, das Projekt abzulehnen und Bürgermeisterin Petra Reiber legte offiziell Widerspruch gegen das Votum des Bau- und Planungsausschusses ein. "Im jetzigen Stand des Verfahrens geht es um den baurechtlichen Rahmen. Kreis und Inselbauamt sind der Meinung, dass sich das neue Gebäude in das Straßenbild einpassen würde und die Bauvoranfrage von daher positiv beschieden werden kann beziehungsweise muss", erläutert Wolfgang Knuth das komplizierte Prozedere.

Als im April die Gemeindevertretung über den Widerspruch von Reiber zu beraten hatte, wurden die rechtlichen Bedenken aus der Verwaltung von der Mehrheit ignoriert und dem Anliegen der Firma Gosch eine erneute Absage erteilt. In Reibers Abwesenheit legte ihr Stellvertreter Carsten Kerkamm daraufhin erneut das Veto der Verwaltung ein. Am Dienstag, 14. Mai, wird die Gemeindevertretersitzung nun erneut über den Widerspruch der Verwaltungsspitze und damit die Bauvoranfrage beraten.

Die Zeit ist knapp: Einen Tag später - am 15. Mai - läuft eine zweimonatige Frist ab, die an jeden Bauvorantrag gekoppelt ist. Ist bis dahin kein gemeindliches Einvernehmen hergestellt, bleiben zwei Möglichkeiten: Entweder die Bürgermeisterin klagt vor dem Verwaltungsgericht gegen die Entscheidung oder der Kreis interveniert.

Bauherr Jürgen Gosch wirbt derweil weiter für sein Projekt: "Das Gebäude ist zwar nicht baufällig, aber wir wollen in erster Linie die Friedrichstraße verschönern. Wenn wir nun alle einen klaren Kopf bewahren, dann können beide Seiten gewinnen - und dann gewinnt auch der Gast.

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