Haushalt : Gemeinde-Budget für Denkmalpflege

Die sanierungsbedürftige Alte Dorfkirche St. Niels  gab den Anstoß zu einer  Debatte über Gemeindezuschüsse.
Die sanierungsbedürftige Alte Dorfkirche St. Niels gab den Anstoß zu einer Debatte über Gemeindezuschüsse.

Die Gemeinde Sylt will für die Sanierung von Denkmälern künftig einen festen Haushaltsposten schaffen.

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26. November 2013, 06:00 Uhr

Vom historischen Friesenhaus über das Flugzeughallen-Vorfeld oder die Bahnhofshalle in Westerland – allein in der Gemeinde Sylt gibt es 114 Kulturdenkmäler. Die Gebäude sind nicht immer im besten Zustand und bedürfen konstanter Ausbesserungsarbeiten: Angesichts der wachsenden Zahl renovierungsbedürftiger Kultur- und Baudenkmäler plant die Gemeinde Sylt jetzt trotz angespannter Haushaltslage die Einrichtung einer festen Haushaltsstelle zur Bezuschussung notwendiger Sanierungsmaßnahmen.

Ähnlich wird bereits seit Jahren bei der Unterhaltung der gemeindlichen Spielplätze verfahren. Angestoßen wurde dieser Schritt durch einen Antrag der CDU-Fraktion, die damit leidige Diskussionen wie zuletzt über Zuschüsse für die Sanierung der Alten Dorfkirche (wir berichteten) durch ein einheitliches Verfahren künftig vermeiden will. Trotz vieler Geld- und Sachspenden, gehe es oftmals nicht ohne die Hilfe der Kommune.

Der CDU-Antrag sieht vor, dafür jährlich 30 000 Euro im Haushalt bereitzustellen, über deren Vergabe Ortsbeirat, Fachausschuss und Gemeindevertretung entschieden. Anträge müssten bis Mitte des Jahres fürs Folgejahr gestellt werden. Der Antrag wurde im Grundsatz von allen Fraktionen begrüßt, allerdings hielten einige Politiker die Summe für deutlich zu gering.

Zudem soll der Fachausschuss zunächst ein Konzept erarbeiten, nach welchen Kriterien die Mittel vergeben werden. Der Antrag der CDU sieht vor, neben erhaltenswerten Baudenkmalen auch einfache Kultur- und Naturdenkmäler sowie Gedenkstätten zu bezuschussen.

Die ehrenamtliche Denkmalschutzbeauftrage der Gemeinde Sylt, Traute Meyer, begrüßte den Vorstoß, übte aber auch Kritik an der geplanten Zuschusspraxis: „Bei 200 denkmalgeschützen Häusern auf Sylt, ist die jetzt angedachte Summe lächerlich.“ Als Alternative schlug Meyer vor, das bereitgestellte Geld als Grundstock für die Gründung eines Fördervereins zu verwenden: „Die 30 000 könnten das Starkapital für eine Sylter Stiftung Denkmalschutz sein“, so die Anregung der Ehrenamtlerin.

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