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Sylt : Gemeinde bewahrt Fußballer vor finanziellem Abstieg

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Weil der Kiosk im Stadion des Team Sylts viel zu teuer wurde, übernimmt die Gemeinde weitere 60.000 Euro.

von
erstellt am 08.Jan.2014 | 00:33 Uhr

Westerland | Ärger um eine teure „Wurstbude“: „Man kann doch nicht einfach Arbeiten bestellen, ohne zu wissen, woher das Geld kommt“, ärgerte sich Jörg Sonntag (SSW) bei der Sitzung des Finanzausschusses der Gemeinde Sylt. Weil der Verein Team Sylt seine für 93.000 Euro gebaute Hütte im Syltstadion doch nicht bezahlen kann, wird sie nun zum Politikum.

Hintergrund: Eigentlich sollte es nur eine bessere Gartenhütte zur Versorgung von Zuschauern und Sportlern mit Essen und Getränken im gemeindeeigenen Sylt-Stadion werden. Am Ende wurde die Hütte 50 Quadratmeter groß und immer teurer: Glaubte man anfangs, den Bau mit viel Eigenleistung, einigen Spenden und einem Gemeindezuschuss über 28.600 Euro vollenden zu können, fehlen dem Verein am Ende 60.000 Euro, um alle aufgelaufenen Rechnungen begleichen zu können.

Gegenüber der Sylter Rundschau betonte der Vereinsvorsitzende Hans Joachim Zielinski, dass dadurch noch nicht die Zahlungsunfähigkeit des Vereins oder eine Zwangsumlage unter den Mitgliedern drohe. Ohne die Hilfe der Gemeinde müssten die vier Mutter-Vereine (TSV Westerland, TSV Morsum, Tinnum 66, Sportfreunde List) das fehlende Geld aufbringen, die 2002 ihre Fußballabteilungen zum Team Sylt zusammengeschlossen haben. Der Verein selbst erhebt keine Mitgliedsbeiträge, sondern erhält pro Mitglied einen Zuschuss vom jeweiligen Stammverein.

Nach dem Sportausschuss hat nun auch der Finanzausschuss der Gemeinde Sylt zugestimmt, die fehlenden Gelder aus den Rücklagen der Sportstättenförderung zur Verfügung zu stellen. Ein Votum, das – wie schon im Sportausschuss – mit fraktionsübergreifendem Zähneknirschen und deutlicher Kritik am Vereinsvorstand verbunden war. Gerd Nielsen (SPD) bemängelte: „Das ist kein gutes Vorbild für den Sport, der Verein hätte die Gemeinde viel früher informieren müssen.“ Die Politiker waren sich zwar einig, dem Verein aus der Finanzklemme zu helfen, machten aber auch deutlich, dass dies kein Freifahrtschein für andere Vereine sei. Nielsen: „So etwas werden wir nicht noch einmal mittragen.“

Eingetreten war die Situation laut Vereins unter anderem, weil sich erst nach und nach herausgestellt hatte, dass die Hütte aufgrund der Windanfälligkeit des Sylt-Stadions ein festes Fundament und eine bessere Statik benötigte. Im Ausschuss gestand Zielinski offen ein, dass „die Sache vom Ablauf her nicht in Ordnung war“, machte aber auch deutlich, dass es sich nicht um ein Bauwerk für den Verein handele, sondern um eine Verbesserung des Stadions, das der Verein zwar von der Gemeinde gepachtet habe, das aber auch von Anderen genutzt werde. „Seit dem Bau 1971 wurde den Sportlern eine Versorgungsmöglichkeit versprochen“, begründete er die Eigeninitiative, durch die sich einige Politiker nun zu Recht „vor vollendete Tatsachen“ gestellt sehen. Zielinsik trat auch dem Eindruck entgegen, der Verein habe das Geld verschwendet. Für das, was dort stehe, sei der Betrag eher gering. Dennoch wollen die Politiker alle Rechnungen vor Freigabe der Mittel durch das Kommunale Liegenschafts-Management (KLM) prüfen lassen. Gleiches gilt für den Vorschlag des Ausschusses, die Hütte ganz durch KLM zu übernehmen, da in diesem Falle eine Verrechnungsmiete für Anschaffung und Unterhalt anfallen würde.

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