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Sylter Rundschau

23. Oktober 2017 | 22:51 Uhr

Gelegenheit macht keine Diebe

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Obwohl die Zahl der Einbrüche auf Sylt im vergangenen Jahr gesunken ist, fürchten sich immer mehr Sylter vor Eindringlingen

shz.de von
erstellt am 06.Apr.2016 | 06:41 Uhr

Sie brechen Fenster auf, klettern durch Keller in Häuser und stehlen Schmuck und teure Computer. Viele Mieter und Hauseigentümer auf Sylt fühlen sich scheinbar von Einbrechern bedroht. Und das, obwohl die Zahl der Wohnungseinbrüche 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 11,5 Prozent gesunken ist.

Im Land hingegen ist die Zahl der Wohnungseinbrüche in Schleswig-Holstein im Vergleich zum Vorjahr um 12,3 Prozent gestiegen (wir berichteten). 8  456 Einbrüche in private Häuser wurden gemeldet. Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass die neue Kriminalstatistik für das vergangene Jahr bundesweit fast zehn Prozent mehr Fälle von Wohnungseinbrüchen erfasst habe – bezogen auf ein Jahr. Das wäre der höchste Wert seit 1997.

„Die Nachfrage nach Einbruchsicherheits-Systemen auf der Insel ist deutlich gestiegen“, sagt Achim Serfling. Er ist einer der Chefs der Firma „Sicher Haus Sylt“, die unter anderem dafür sorgen, dass Gebäude vor Langfingern geschützt sind. Seit rund sechs Monaten würden vermehrt Fenster und Türen mit Sicherheits-Schlössern und Spezial-Verriegelungen ausgestattet. Roste vor Lichtschächten befestigen die Experten mit speziellen Ketten, damit Einbrecher keine Möglichkeit haben, durch die Kellerfenster in das Haus zu steigen.

Unter den Kunden seien sowohl ältere Leute, die Angst um ihr Erspartes haben, als auch reiche Gäste – eine bestimmte Zielgruppe gäbe es demnach nicht, sagt Serfling. Er vermutet, dass nicht reale Fakten, sondern allein Gefühle und undefinierte Ängste diese gesteigerte Furcht vor Eindringlingen hervorrufen. „Meine Mutter fürchtet sich vor Einbrechern, die plötzlich neben ihrem Bett stehen und all ihr Geld wollen“, sagt eine Sylterin über ihre 88-jährige Mutter. Auch Manfred Degen fühlt sich seit einigen Monaten unsicherer als zuvor. Im vergangenen Jahr waren ihm zwei mehrere tausend Euro teure Elektro-Fahrräder aus dem Keller eines Mietshauses gestohlen worden. „Dieses Erlebnis hat mich nachhaltig beeindruckt und so sehr betroffen, dass sich mein Sicherheits-Gefühl verändert hat“, sagt der Insel-Kabarettist. Seitdem kontrolliere er jeden Abend, ob die Türen auch verschlossen sind – außerdem würden alle Mieter ihre Räder inzwischen selbst im Hausflur abschließen.

„Wir raten dringend dazu, Fenster und Türen geschlossen zu halten – selbst wenn man sich im Haus befindet“, sagt der Leiter der Sylter Kriminalpolizei, Erk Kessenich. Denn einigen Einbrechern sei es gleichgültig, ob jemand daheim ist, oder nicht. Außerdem empfehle er Bewegungsmelder zu installieren und auf wachsame Nachbarn zu setzen.

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