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Sylter Sommerjob : Gelassenheit am Frühstückstisch

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In der Serie „Jobben auf Sylt“ arbeitet Volontärin Jana Walther in dieser Folge im Café Kamp in Keitum

Wie ist es, als Zimmermädchen, Crêpes-Bäckerin oder Fischbrötchen-Verkäuferin zu arbeiten? Jana Walther, Volontärin der Sylter Rundschau, probiert in der Serie „Jobben auf Sylt“ dreißig Minuten lang verschiedene Insel-Jobs aus und schreibt über die Menschen, mit denen sie zusammen arbeitet und darüber, welche Herausforderungen die verschiedenen Tätigkeiten bieten. In dieser Folge serviert sie das Frühstück im Café Kamp.

Schürze um und es kann losgehen. Die Tische im Café Kamp in Keitum sind für die Gäste schon eingedeckt, die Käse- und Wurstplatten vorbereitet, die Kaffeemaschine wartet auf ihren Einsatz. Doch eines fehlt an diesem Morgen um 9 Uhr noch – die Gäste. „Die schlafen meist etwas länger, schließlich haben sie ja Urlaub und sollen sich hier erholen“, sagt die Inhaberin Cornelia Kamp, von allen Connie genannt.

Der erste, der durch die Tür hereinspaziert und sein Essen einfordert, ist Kater Moritz. Liebevoll nimmt sie ihn auf den Arm und bereitet sein Frühstück vor. Danach trudeln langsam die ersten Urlauber ein. Sie wohnen auch bei Connie, denn das Café Kamp ist gleichzeitig ein kleines Hotel.

Bei strahlendem Sonnenschein will das junge Urlauberpärchen lieber draußen im Strandkorb Platz nehmen. Kein Problem, dann wird eben schnell alles nach draußen befördert. Die anderen Gäste tun es ihnen gleich und so balanciere ich ein Tablett nach dem anderen, voll gepackt mit Brötchen, selbst gemachter Marmelade, Aufschnitt, Orangensaft und Co. nach draußen. Ein Buffet gibt es hier nicht, das findet Connie „furchtbar“. Nach und nach füllt es sich auf der Terrasse. Extrawünsche nach Rührei und Joghurt erfülle ich den Gästen.

Schon nach kurzer Zeit im Café Kamp ist mir klar: Hier herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. Connie versteckt sich als Inhaberin nicht etwa in ihrem Büro, sondern bedient selbst die Gäste. Das macht es persönlicher, sie kommt mit den Menschen ins Gespräch. So weiß sie auch sofort, dass die junge Mutter aus München morgens immer einen Milchkaffee trinkt und ihr Sohn Charly eine heiße Schokolade möchte. Für den Fall hat sie aber auch einen Spickzettel in der Küche liegen.

Ihr Café gibt es seit 1996. Sie hat die Kombination aus Hotel, Café und Galerie an ihr Elternhaus angebaut. Mit den regelmäßigen Ausstellungen bleibt sie ihrer Liebe zur Kunst treu. Mehrere Jahre hat sie vorher in einer Galerie in Hamburg gearbeitet, bevor sie wieder auf die Insel zurückgekehrt ist. Heute möchte sie nichts anderes lieber tun, erzählt sie.

Eigentlich hatte ich fest damit gerechnet, dass während meiner Schicht mindestens eine Tasse zu Bruch gehen würde. Erstaunlicherweise ist aber nichts passiert. Das liegt vielleicht auch an der Ruhe und Gelassenheit, die hier herrscht. Die Gäste sind entspannt, sie haben es nicht so eilig, sie meckern nicht. Und auch in der Küche herrscht keine Hektik. Bestimmend aber freundlich und gut organisiert wird hier gearbeitet. Fazit: Mit den sechs Tischen und rücksichtsvollen Gästen während meiner Schicht bin ich gut zurecht gekommen. In einem größeren Hotel hätte das allerdings sicher anders ausgesehen.

 

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erstellt am 02.Aug.2014 | 06:00 Uhr

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