Hitzewelle auf Sylt : Geht der Insel das Wasser aus?

Wasser marsch: Auch am Westerländer Strand kann weiterhin bedenkenlos geduscht werden.
Wasser marsch: Auch am Westerländer Strand kann weiterhin bedenkenlos geduscht werden.

Am Mittwoch war der wärmste Tag im Mai, der jemals auf Sylt registriert wurde. Die sommerlichen Temperaturen sorgen für hohen Wasserverbrauch.

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30. Mai 2018, 17:50 Uhr

Es ist eine Meldung, die ein ungutes Gefühl hinterlässt: Im niedersächsischen Harsefeld bei Buxtehude sind aufgrund der Hitze und des fehlenden Regens die Trinkwasserkapazitäten bereits erschöpft. Bewohner dürfen dort ihren Garten nicht mehr gießen, müssen aufs Autowaschen und das Füllen von Planschbecken verzichten.

Auch auf Sylt sind die Temperaturen auf Rekordniveau: Am Mittwoch war der wärmste Maitag, der auf Sylt seit Messbeginn vor 80 Jahren jemals erreicht wurde. Um 13.30 Uhr hat die Wetterstation in List 26,8 Grad gemessen, der alte Rekord lag bei 26,6 Grad, berichtet Lars Rohwer von Wetterquelle.

Für das Land gab es Entwarnung: „Die Schleswig-Holsteiner müssen keinen Mangel an Trinkwasser befürchten“, hieß es in vielen überregionalen Medien. Aber gilt das auch für Sylt? „Mit der Trinkwasser-Versorgung von Schleswig-Holstein haben wir hier auf der Insel nichts zu tun“, erklärt Björn Hansen, Geschäftsführer der Ver- und Entsorgung Norddörfer (VEN), die Kampen und Wenningstedt mit Wasser versorgt. Sylt habe eigene Wasserlinsen und sei dadurch völlig getrennt von der Wasserversorgung des Landes. Generell würde sich die Insel in einer „Traumsituation“ befinden, betont Hansen. „Das Wasser hat eine Top-Qualität – das einzige, was zugefügt wird, ist Kalk, um es pH-neutral zu halten.“

Höherer Wasserverbrauch

Die enorme Trockenheit der vergangenen Wochen sei allerdings auch bei dem Wasserversorger merkbar gewesen. Vor allem im Vergleich zum vergangenen Jahr: 2017 war – aus wirtschaftlicher Sicht – das schwächste Jahr in den Statistiken des Unternehmens. „Das war mit Sicherheit dem nassen Wetter geschuldet“, so Hansen. Der Mai 2018 dagegen steche wieder positiv hervor. Das liege unter anderem daran, dass die Gärten bewässert werden und die Menschen nach einem Tag am Strand meist eine Dusche (mehr) nehmen würden.

„Dadurch ist der Verbrauch höher“, so Hansen, der den höchsten Wasserverbrauch des Tages sogar zeitlich eingrenzen kann: Besonders der frühe Abend sei auf Sylt deutlich spürbar. „Wenn die Gäste vom Strand kommen und die Sylter von der Arbeit, da merkt man den erhöhten Wasserverbrauch deutlich“, weiß Hansen. Dass das Wasser auf der Insel knapp würde, müsse allerdings nicht befürchtet werden, betont er. „Wir haben die wunderbare Situation auf Sylt, dass wir einen Überschuss haben. Wir könnten sogar eine lange Zeit diese hochsommerlichen Temperaturen haben und würden trotzdem nicht an unsere Grenzen geraten.“

„Trinkwasserbehälter gut gefüllt“

Karl Dettmar von der Energieversorgung Sylt bestätigt Björn Hansens Aussage: „Die Trinkwasserbehälter sind gut gefüllt, Grundwasservorräte infolge der Niederschlagsperioden in den vergangenen Jahren sind derzeitig ebenfalls ausreichend vorhanden“, so der Technischer Leiter Wasser und Energienetze bei dem Westerländer Versorger.

Der höchste Wasserverbrauch des Monats sei auf Sylt bislang am 25. Mai mit einer Tagesabgabe von über 10.000 Kubikmetern gemessen worden. „Im Vergleich zu heißen Sommertagen in der Hauptsaison ist die Abgabe noch moderat, Tendenz langsam steigend“, so Dettmar. Während der Saisonspitzen würden bis zu 13.000 Kubikmeter pro Tag abgehen. Am vergangenen Dienstag seien es insgesamt 9000 Kubikmeter gewesen.

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