Volkstrauertag : Gegen das Vergessen

„Hinter jedem Grab, jedem Kreuz steht eine Geschichte“, mahnte Bürgervorsteher Peter Schnittgard zur Erinnerung an die Kriegsopfer.
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„Hinter jedem Grab, jedem Kreuz steht eine Geschichte“, mahnte Bürgervorsteher Peter Schnittgard zur Erinnerung an die Kriegsopfer.

Die aktive Mitgestaltung von Jugendlichen bereichert seit Jahren den Volkstrauertag in Westerland. Auch gestern sorgten 20 Schüler der Regionalschule für fröhlich-nachdenkliche Töne.

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18. November 2013, 06:00 Uhr

Dass der Volkstrauertag nicht nur eine Sache für die ältere Generation, Würdenträger und traditionsbewusste Vereine ist, zeigte sich gestern wieder an der Westerländer Gedenkstätte am Friedrichshain. Seit einigen Jahren ist die Beteiligung Jugendlicher hier fester Bestandteil der Gedenkveranstaltung für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Bei schönstem Herbstwetter sorgten die 20 Schüler des 7. Jahrganges der Regionalschule Sylt mit Texten und Liedern wie Bob Dylans Friedenshymne „Blowin’ in the Wind“ für fröhlich-nachdenkliche Töne. Mit Textpassagen wie „Krieg, wozu ist er gut? Zu nichts, absolut nichts“, drückten die Jugendlichen inmitten der Erinnerungstafeln für die während des Zweiten Weltkrieges gefallenen Westerländer ihre Sorgen und Gefühle aus.

Zuvor hatte Bürgervorsteher Peter Schnittgard in seiner Rede darauf hingewiesen, dass hinter jedem Kreuz, jedem Grab und jedem Namen eine Geschichte steht. „Tot ist, wer vergessen wird. Das darf nicht geschehen.“ Angesichts der deutschen Vergangenheit, aber auch der Tatsache, dass Kriege, Terror und Gewalt auf der Welt nach wie Alltag seien, mahnte er, nicht wegzuschauen, sondern wach zu bleiben und „für die Sicherheit zu sorgen, dass ein Staat den Staatsbürger nicht missbrauchen kann.“

Auch Pastorin Anja Lochner mahnte, dass das Böse nicht immer nur die Anderen seien – ob nun Länder, Kulturen, Religionen oder Zeiten. „Das Grauen hat in unserer Mitte stattgefunden. Begangen von Menschen wie du und ich, an Menschen wie du und ich.“ Sie verweis auch darauf, dass Deutschland als drittgrößter Waffenlieferant erheblich zu Kriegen in der Welt beitrage.

Nach der Totenehrung durch Ortsbeiratsmitglied Andreas Voss und musikalischer Untermalung durch den Westerländer Musikverein legten acht Vereine und Institutionen Kränze am Ehrenmal nieder. Besonders auffällig der von den Schülern selbst gestaltete Kranz mit vielen kleinen Zetteln, die Botschaften trugen wie „Wir vergessen euch nicht.“

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