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Sylter Rundschau

16. Dezember 2017 | 06:47 Uhr

Kommentar : Gegen das Gezeter

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die vermeintlich Zu-Kurz-Gekommenen der Insel ärgern sich über Flüchtlinge. Warum das Unsinn ist, darum geht es in diesem Kommentar.

von
erstellt am 09.Apr.2015 | 12:04 Uhr

275  000 Euro, vielleicht mehr, vielleicht weniger, wird die Insel in diesem Jahr für die Unterbringung von Flüchtlingen ausgeben. Auch wenn die Summe im Vergleich zu anderen Haushaltsposten der einzelnen Gemeinden eher ein Klacks ist, kann man sich das Gezeter schon vorstellen, das bei solchen Nachrichten seit Monaten regelmäßig ausbricht. Auch auf Sylt. Das Gezeter, das – gerne anonym – im Netz mehr oder minder versteckt rechtes Gedankengut propagiert, das Gezeter am Frühstückstisch und manchmal auch das heimliche Gezeter im eigenen Kopf.

Die Klagen der vermeintlich Zu-Kurz-Gekommenen lassen sich auf der Insel regelmäßig auf einen Satz runter brechen: Für die wird Geld ausgegeben und für uns Sylter, für uns wird nichts getan! Mal abgesehen davon, dass das schlicht nicht wahr ist, muss auch Sylt sehen, dass es sich mit der Flüchtlingsthematik noch stärker und offensiver auseinander setzt. Und dass diejenigen, die in ihrer politischen Funktion auch Vorbild ihrer Bürger sein sollten, deutlich überlegen, welches Signal sie nach außen senden.

Petra Reiber hat dafür bei ihrer diesjährigen Biike-Rede ein gutes Beispiel geliefert, als sie betonte, dass Flüchtlinge in der Gemeinde Sylt absolut willkommen sind.

Ein guter Schritt ist auch der Runde Tisch, zu dem das Ordnungsamt nun öffentlich einlädt. Für diejenigen, die sich schon lange vorbildlich für die Sylter Flüchtlinge einsetzen und die sich dort noch besser abstimmen und vernetzen können. Und vielleicht auch für ein paar von denjenigen, die es geschafft haben, das Gezeter in ihrem Kopf zu überdenken und zu verwerfen.

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