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Tourismus auf Sylt : „Gefühlter Andrang“ auf der Insel

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Volle Straßen, Wartezeiten beim Autozug, gut gebuchte Appartements: Kommen mehr Urlauber als sonst in der Vorsaison? Wir haben nachgefragt.

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erstellt am 21.Jun.2016 | 05:30 Uhr

Ja, ist denn etwa schon Sommer? Hat die Hochsaison 2016 bereits begonnen? Diese Fragen stellten sich in den zurückliegenden Tagen viele Insulaner und auch so manche Touristiker. Autofahrer berichteten erst vergangenes Wochenende wieder von Staus und Wartezeiten an der Autoverladung. Diesmal allerdings nicht bei der Abreise in Westerland – dort läuft es trotz Bauarbeiten und Umleitungen mittlerweile weitgehend reibungslos, sondern bei der Anreise am Terminal in Niebüll. Und wer auf den Straßen oder in den Dörfern der Insel unterwegs ist, sieht zahlreiche Kennzeichen aus ganz Deutschland von Ost bis West und hinunter in den Süden, hört verschiedene Dialekte aus dem Rheinland, dem Badischen, aus Thüringen oder aus Bayern.

DB-Sprecher Egbert Meyer-Lovis bestätigte auf Anfrage der Sylter Rundschau, dass es am Sonntag-Nachmittag einen „plötzlichen Ansturm“ an der Niebüller Verladung gegeben habe: „Richtig, es kam zu Wartezeiten von etwa einer Stunde, aber nach anderthalb Stunden war wieder alles vorbei.“ Die Gründe dafür wären allerdings schwer nachvollziehbar. „Unsere Kollegen vor Ort vermuten, die Ursache könnte ein Stau auf der A7 gewesen sein.“ Insgesamt seien alle Züge des Sylt Shuttle zwar gut ausgelastet, so Meyer-Lovis, aber von nennenswerten Anstiegen im Mai oder Juni verglichen mit den Vorjahren könne man nicht sprechen.

Auch Moritz Luft hörte hier und dort auf Sylt bereits Stimmen, die von einem „Hammer-Juni“ sprechen. „Ja, es mag gefühlt voller sein als sonst zu dieser Zeit“, sagte der Geschäftsführer von Sylt-Marketing. „Aber der Eindruck trügt – zumindest alle uns bisher vorliegenden Zahlen geben das nicht her.“ Das bestätigt auch Günter Schroeder von der Sylt Tourismus Zentrale. „Der Juni ist ohnehin immer hervorragend, wir hatten außerdem einen guten Mai.“ Der Statistikexperte hat die Auslastung von zirka 10  000 Ferienwohnungen auf der Insel analysiert: „Die Leerstände von Mitte Mai bis Anfang Juni 2016 lagen unter 25 Prozent, 2015 allerdings nur bei 14 bis 22 Prozent“ – von einem deutlichen Anstieg der Gästezahlen in diesem Jahr könne bisher also keine Rede sein.

Ohnehin wäre im Juni – und auch im September – die höchste Rate an Stammgästen zu verzeichnen. „Diese Urlauber kommen regelmäßig, häufig zu zweit und wählen oft größere Objekte“, so Schroeder. „Dadurch erhöht sich zwar die Anzahl der vermieteten Wohnungen, nicht aber die Kopfzahl.“ Dies ändere sich mit Beginn der Sommerferien: Dann kämen mehr Gäste, die jedoch weniger Wohneinheiten nutzen – „das ist alle Jahre so, ein ganz normaler Verlauf.“

Der Insel Sylt Tourismus Service (ISTS) hingegen sieht anhand der getätigten Buchungen, dass sich die bisher nur „gefühlte Steigungs-Tendenz“ doch ähnlich positiv abzeichnen könnte. „Die Meldung eines Einbruchs der Auslandsbuchungen über die Reisebüros – eventuell den Terrormeldungen geschuldet, die unlängst durch die Presse gingen – mag zu Gunsten der Inlandsreisen ausfallen, was scheinbar auch der Insel Sylt zu Gute kommt“, erklärte Pressesprecherin Christine Kühn. „Leider liegen uns konkrete Tourismuszahlen für den Zeitraum Mai/Juni noch nicht vor – generell ja immer erst per Statistik zum Ende eines Jahres.“ Einen direkten Vergleich zu den Vorjahren könne der ISTS allerdings frühestens Ende 2017 wagen, weil 2015 ein neues Reservierungssystem einführt worden sei, dessen Zahlen nicht mehr 1:1 vergleichbar wären mit dem jetzigem System.

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