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Hilfsprojekt : Geflügelte Träume für Südafrika

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nina Michaelis hat den Dreams for Africa-Stuhl aus Südafrika nach Sylt geholt, um dort ein Aids-Projekt zu unterstützen

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2013 | 06:00 Uhr

Farbenfroh, bestickt mit lauter Perlen und ausgestattet mit zwei großen Flügeln zieht der Dreams for Africa-Stuhl in der Friedrichstraße alle Blicke auf sich. „Darf ich den mal anfassen?“, fragt ein kleines Mädchen und betrachtet ihn bewundernd. Eine Verkäuferin kommt aus ihrem Geschäft. „Der Stuhl hat etwas traumhaftes“, sagt sie – und damit hat das Möbelstück aus Südafrika seinen Zweck schon fast erfüllt.

Gebaut und bestickt wurde der Stuhl im Hillcrest Aids Centre in der Provinz KwaZulu Natal in Südafrika. Diese Region hat die höchste HIV-Infektionsrate weltweit – 35 bis 40 Prozent der Erwachsenen tragen dort den Virus in sich. In einem Projekt des Centers lernen Menschen, die HIV-positiv oder deren Familienmitglieder infiziert sind, Kunsthandwerk herzustellen und durch den Verkauf nachhaltig ihren Lebensunterhalt zu verdienen. „Irgendwann hat die Managerin Paula Thomson gemerkt, dass die Frauen, die dort arbeiten, in ihrem Leben keinen Platz für Träume und Visionen mehr haben“, erzählt Michaelis. Deshalb begann Thomson, die Idee für den Stuhls zu entwickeln, der zum einen Spendengelder einwerben, zum anderen den Frauen als farbenfrohes Symbol Mut zum Weitermachen geben soll. 2011 bestickten 150 Frauen kleine Quadrate, die auf dem Stuhl zu einem bunten Muster zusammen gefügt wurden. Sie sollen die Träume symbolisieren, die Menschen überall auf der Welt haben und die das Leben erst lebenswert machen.

„Der Stuhl soll ein neutraler Platz für jeden sein, der träumt oder träumen möchte“, erklärt Nina Michaelis, „er ist ein Botschafter für Zusammenhalt.“ Die 33-jährige Sylterin hat die Arbeit des Aids Centers vor vier Jahren während eines Freiwilligendienstes kennen gelernt und engagiert sich seitdem durch den Verkauf von Kunsthandwerk auf Sylt für das Center. Außerdem hat sie den Stuhl nun für eineinhalb Monate auf die Insel geholt und möchte ihn in dieser Zeit für das Hillcrest Aids Centre arbeiten lassen: „Es sollen möglichst viele Leute Platz nehmen und mit einem Obolus mithelfen, das Leben der Menschen im Aids Centre zu verbessern.“ Die Ergotherapeutin und Hotelfachfrau könnte sich gut vorstellen, dass die weit gereiste Sitzgelegenheit gegen eine Spende in Geschäften, bei Events, Geburtstagen oder Ausstellungen zum Ehrengast wird, oder bei einem Charity Dinner in einem Restaurant zum Einsatz kommt. An anderen Orten war er schon erfolgreich: In Kapstadt wurde das Möbelstück zum schönsten Kunstobjekt Südafrikas gewählt und in New York stand es eine Zeit lang auf dem Times Square als Fotomotiv.

Der Erlös soll den Bau eines Hauses am Hillcrest Aids Centre finanzieren, damit mehr Menschen das Kunsthandwerk erlernen und sich ein Leben aufbauen können. Eine Einladung auf der Aids-Gala hat sie dem Stuhl schon gesichert, und zusammen mit dem Fotografen Jan Koppers will Michaelis ihn in einem Kalender groß herausbringen. Dafür sucht sie Sponsoren. Das muss schnell gehen, denn: „Anfang Dezember wird der Stuhl wieder davon fliegen.“

Nina Michaelis ist erreichbar unter nina.michaelis80@yahoo.de oder 01724152225.

 

 

 

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