zur Navigation springen
Sylter Rundschau

13. Dezember 2017 | 20:22 Uhr

Verkehr : Gefährlicher Tetrapoden-Transport?

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Politiker kritisieren Wellenbrecher-Transport von Westerland nach Hörnum als gefährlich

von
erstellt am 09.Mai.2014 | 05:00 Uhr

Im Alltag schützen Tetrapoden die Insel vor Gefahren durch Wind und Meer – nach der Meinung vieler Sylter sind die Betonkolosse jetzt selber zum Risiko geworden: Noch bis kurz vor Pfingsten werden die Wellenbrecher aus Westerland an die Südspitze nach Hörnum verfrachtet, um dort das Längswerk zum Schutz der Hörnum Odde zu verlängern. Für die Überführung sind zurzeit zwei LKW und ein Trecker im Einsatz. In den vergangenen Tagen mehrten sich die Bedenken über die Sicherheit der Transporte, deren Route auch durch die Fußgängerzone in Westerland führt. Die Vermutung: Die LKW seien zu schnell unterwegs, überladen und die tonnenschwere Fracht schlecht gesichert.

Während der Sitzung des Umweltausschusses brachte SSW-Gemeindevertreter Peter Erichsen das Thema auf die Tagesordnung: „Ich bin zufällig hinter einem dieser Laster hergefahren und mir ist dabei das Tempo aufgefallen. Der LKW vor mir fuhr in der Norderstraße 70 km/h – ich dahinter auch.“ CDU-Gemeindevertreter Kay Abeling berichtete ebenfalls, ihm seien überhöhte Geschwindigkeiten der Transporte aufgefallen. Die Leiterin des Umweltamtes,Ruth Weirup, kündigte daraufhin an, mit der ausführenden Firma und auch mit dem Bauleiter des Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Wattenmeer (LKN) über die Umweltausschuss-Hinweise zu sprechen. „Die LKW-Fahrer sind nochmals auf die insularen Geschwindigkeitsbegrenzungen hingewiesen worden, ob tatsächlich innerorts mit 70 km/h gefahren wurde, kann ich nicht beurteilen“, bestätigte Weirup gestern die angekündigte Aussprache.

Währenddessen ist auch die Sylter Polizei den Hinweisen nachgegangen und hat mehrere stichprobenartige Kontrollen durchgeführt: Wie Polizeisprecher Markus Langenkämper am Donnerstag mitteilte, hätten die Beamten dabei einen überladenen Tetrapoden-LKW angehalten, der noch vor Ort umgeladen worden sei. Der Laster hatte mehr als vier der Betonobjekte geladen und damit das zulässige Gesamtgewicht von 40 Tonnen überschritten. Was hingegen die vermuteten Geschwindigkeitsübertretungen angehe, so sei bisher keiner der kontrollierten Transporte auffällig gewesen.

Auch der Verdacht, die jeweils sechs Tonnen schweren Tetrapoden seien nicht ausreichend gesichert, lässt sich bei genauerer Betrachtung nicht erhärten: „ Die Polizei hat Ketten und Spanngurte direkt am ersten Transporttag geprüft und für sicher befunden“, sagte Hendrik Brunckhorst vom LKN. Amtsleiterin Ruth Weirup gab ebenfalls Entwarnung: „Es werden jetzt pro Fahrzeug vier Tetrapoden sachgerecht transportiert.“

Über die Reaktionen auf seine öffentlichen Bedenken zeigte sich Peter Erichsen gestern zufrieden. „Damit ist es dann auch in Ordnung“, kommentierte er den Gemeinde-Rüffel und Polizeikontrollen, „bleibt nur zu hoffen, dass diese notwendigen Transporte jetzt ganz sicher sind.“



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen