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Musiker auf Sylt : Gedenkfeier für Henner Krogh

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Freunde und Bekannte trafen sich, um dem früh verstorbenen Sylter Musiker zu gedenken

Am Totensonntag bei einem Geschichtenerzählen und fröhlichen Musizieren zusammen zu kommen, das war für ehemalige Weggefährten wie Frank Rosemann, Manfred Schaeffner und andere Insulaner, die mit Henner Krogh zu tun hatten, Ehrensache. Im kleinen Musiktheater der Musikschule fand nun ein Gedenktag für den 1984 verstorbenen Henner Krogh statt. Er war ein hochbegabter Folkmusiker, der das Gymnasium Sylt und die Insel 1977 verließ, um in die Welt zu ziehen.

Er verfeinerte seine Fiddle- und Folkguitar-Künste in den USA und verschaffte sich mit der Band „Kork“ in Hamburg und Norddeutschland einen Namen. Er sei einer der wenigen gewesen, der gleichzeitig Geige und Mundharmonika spielen konnten, wie seine damalige Freundin Dörte Lindner-Schmidt berichtet. Das Banjospielen hatte er sich nicht etwa durch einen professionellen Musiklehrer sondern durch den ebenfalls musikbegabten Sylter, Klaus Callesen, beibringen lassen, der ihm ganz selbstlos sein eigenes Banjo zur Verfügung stellte. Es wird erzählt, Henner hätte dieses Instrument nach nur ein paar Wochen schon fast perfekt beherrscht.

Zwischen den Folkstücken, die von Frank Rosemann, Manfred Schaeffner und Norbert Scheewe dargebracht wurden, konnten die Besucher des Gedenktags anhand von Fotowänden Henner Kroghs Werdegang mitverfolgen. Auch der Geiger Pete Sage, der jetzt erfolgreich mit der Gruppe Santiano Deutschlands große Hallen füllt, wurde als ehemaliger Bandkollege von Henner fotografisch festgehalten: zwei Fiddler in ihrem Element.

Dass seine Eltern die Liebe zu seiner Musik nicht teilten, nahm Henner zur Kenntnis, reiste ein paar Monate vor seinem Tod nach Sri Lanka, wo er den Buddhismus kennenlernte.

„Ich habe dem Henner Krogh viel zu verdanken“, sagte Christin Dürr. Die 15-Jährige ist eine der jüngsten Preisträgerinnen des inzwischen 26 mal ausgetragenen Musikwettbewerbs, den die Eltern Krogh nach Henners Tod jährlich mit einer großen Summe auf viele Jahrzehnte absicherten. Dass junge Musiker Anerkennung bekommen, auch in ihren Anfängen, das ist bis heute erfolgreiches Konzept dieses Wettbewerbs. Vielleicht auch ein Lebendighalten der Erinnerung an diesen begabten Musiker, der „in Sandalen und Latzhose althergebrachte englisch-amerikanische Folkmusik spielte“ so Frank Rosemann, Sänger der legendären Band „Kork“. Dass junge Menschen wie Christin und ihre Bandkollegin Mia auch wieder unplugged Musik auf der Gitarre machen und dazu Lieder von Liebe, Fernweh, Jungsein, Sehnsucht und Leid singen, macht froh und tröstet, wenn man an das kurze Leben von Henner Krogh zurückdenkt. Gern hätten wir ihn an der Seite seiner ehemaligen Freunde und Bandkollegen gehört und gesehen, aber sein Weg sollte anders verlaufen.

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erstellt am 26.Nov.2014 | 05:52 Uhr

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