Kultur auf Sylt : „Gebannt von der unvergleichlichen Meernatur der Insel“

Albert Aereboe: Selbstbildnis, Öl/Leinwand 1949.
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Albert Aereboe: Selbstbildnis, Öl/Leinwand 1949.

Am Sonnabend wird im Keitumer Heimatmuseum die Sonderausstellung „Im Bann der Insel – Albert Aereboe“ eröffnet

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05. September 2018, 15:08 Uhr

„Der Landschaft von Schleswig-Holstein bin ich schon durch Geburt von jeher verhaftet gewesen. […] Wenn ich Jahrzehnte auf Sylt gelebt habe, so ist es die unvergleichliche Meernatur dieser Insel gewesen, die mich gebannt hat und mich durch ihr Wesen immer wieder aufs Neue inspirierte.“

Der Lübecker Kunstmaler Albert Aereboe (1889–1970) verbringt über dreißig Jahre auf Sylt. Auch nachdem er List und Kampen als festen Wohnort verlassen muss, kehrt er immer wieder zurück auf die Insel und wohnt fortan in unterschiedlichen Unterkünften. Aereboe ist von der Insel angetan. Der Bann der Schönheit der Landschaft, des Lichtes und des Meeres zieht ihn nach Sylt und lässt ihn nicht mehr los. Bis zuletzt ist er gehalten von dieser Inselwelt. Die Ausstellung „Im Bann der Insel - Albert Aereboe“ durchleuchtet nicht nur Aereboes Leidenschaft zur Insellandschaft. Maßgeblich sind auch seine Briefkorrespondenzen, in denen er seine Gedanken und Verbindungen festhielt. Aereboe schafft in dieser Zeit keineswegs nur Arbeiten zur Landschaft Sylts, sondern auch Porträts unterschiedlicher Persönlichkeiten. In dieser jahrzehntelangen Schaffensphase studiert Aereboe die Kunstgeschichte und sucht seinen eigenen Stil. Entstanden sind dabei stilistisch sehr große Gegensätze. Das Wappen der Gemeinde List gestaltet Aereboe 1948, was ihm neben vielen weiteren Auftragsarbeiten seinen Unterhalt gewährleistete.

Für seinen Beitrag zur Periode der Neuen Sachlichkeit wird er bis heute sehr geschätzt. Seiner Heimatstadt Lübeck bleibt Aereboe jedoch weiterhin verbunden. Er reist von Sylt aus immer wieder nach Lübeck und trägt auch dort mit einzelnen künstlerischen Arbeiten und weitgehenden Überlegungen über das Westwerk des Lübecker Doms zur kulturellen Identität Lübecks bei. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit weiterführenden Informationen über das Wirken Aereboes auf Sylt sowie die Briefkontakte zu Elisabeth Hablik-Lindemann, Dr. Gerhard Schröder und Curt Stoermer, die er zeitlebens pflegte und die für ihn ein wichtiges Format für den geistigen Austausch waren. Der bebilderte Katalog ist über das Museum für 14,95 Euro erhältlich.

„Im Bann der Insel“ wird am kommenden Sonnabend, 8. September um 18.30 Uhr im Sylter Heimatmuseum eröffnet. Die Sonderausstellung bis zum 17. März 2019 während den Öffnungszeiten im Sylter Heimatmuseum zu besichtigen. Diese sind Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr und Wochenende/Feiertag von 11 bis 17 Uhr. Ab 1. November: Donnerstag bis Sonntag: 11 bis 15 Uhr (Geschlossen vom 3.12. bis 26.12. und 31.12.bis 1.1.).

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