zur Navigation springen
Sylter Rundschau

21. Oktober 2017 | 16:01 Uhr

Galloways verursachen Zugunglück

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Unfall auf dem Hindenburgdamm: Rinderherde entkam aus gesicherter Weide / NOB-Pendlerzüge und Syltshuttle fielen über zwei Stunden aus

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2015 | 19:13 Uhr

„Das ist schon ein großer Schreck und auch ein herber Verlust “, sagte Landwirt Kai Petersen am Mittwoch, als er erfuhr, dass um 4.45 Uhr morgens ein Zug der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) in eine auf dem Hindenburgdamm laufende Rinderherde gefahren waren war. Vier seiner Tiere sind bei dem Zusammenprall noch am Unfallort gestorben. Ein weiteres Gallowayrind wurde mit schweren Verletzungen auf der Weide gefunden und musste getötet werden. Zwei der Jährlinge genannten Rinder sind durch die Wucht des Aufpralls, rund drei Kilometer vom Festland entfernt, sofort aus dem Gleis geschleudert worden. Jedes Tier hat einen Wert von zirka 1  000 Euro – Besitzer Petersen ist somit ein Schaden in Höhe von 5  000 Euro entstanden.

Personenschäden gab es bei dem Unfall zum Glück nicht. Der Lokführer blieb ebenso unverletzt wie die 20 Fahrgäste im Zug, teilte Hanspeter Schwartz, Sprecher der Bundespolizei Flensburg, mit. Sie wurden von Einsatzkräften ins Freie und anschließend zum Keitumer Bahnhof gebracht. Auch der technische Schaden hält sich in Grenzen: Zunächst sollte eine Reservelok aus Husum den liegengebliebenen Zug abschleppen. Schließlich konnte der Zug trotz beschädigter Bremsschläuche eigenständig im Schritttempo zurück nach Westerland fahren. Während der Räumungsarbeiten musste die Strecke in beiden Richtungen für rund zwei Stunden voll gesperrt werden. Gegen sieben Uhr waren die Gleise wieder frei. Vier Züge der NOB fielen am Morgen aus, viele Berufspendler waren betroffen, auch zwei Autozüge der Deutschen Bahn konnten nicht fahren. „Wir haben dann die Fahrzeuge mit späteren Zügen transportiert – Ausfälle hat es in diesem Sinne also nicht gegeben“, sagte ein Syltshuttle-Sprecher.

Nach der Alarmierung waren Feuerwehren aus Keitum und Morsum, die Landes- und Bundespolizei sowie der Rettungsdienst im Einsatz. Normalerweise leben die Rinder auf einer gesicherten Weide am Morsum Kliff und können nicht auf die Schienen gelangen. Laut Angaben der Bundespolizei sei der Zaun jedoch in 200 Meter Länge niedergetrampelt worden, die Ursache konnte noch nicht ermittelt werden. Auch, wie hoch der mögliche finanzielle Schaden für die NOB ist, ist unklar: „Dazu machen wir keine Angaben, da es sich um ein laufendes Verfahren der Staatsanwaltschaft handelt“, sagte ein Sprecher der Bahngesellschaft.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen