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Bürgermeisterwahl : Gabriele Pauli und ihr Wahlprogramm für Sylt

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Sie will Bürgermeisterin werden: In die heiße Phase des Wahlkampfes startet die Ex-CSU-Politikerin mit einem Zehn-Punkte-Plan. Auch das Thema Geburtenstation ist auf ihrer Agenda.

Ihr sei natürlich bewusst, dass sie keine „Ursylterin“ ist, erklärte Dr. Gabriele Pauli am Freitag bei der Präsentation ihres Wahlkampfprogrammes. Doch in den vergangenen Monaten habe sie so viel über die Insel, ihre Bewohner und deren Bedürfnisse erfahren, dass sie sicher sei, sich auch künftig gut tiefer in die Insel einzuarbeiten, sollte sie am 14. Dezember zur Bürgermeisterin der Gemeinde Sylt gewählt werden. Ohnehin würden viele Insulaner an ihr den „Blick von außen“ schätzen, sagte die ehemalige Fürther Landrätin, die sich vor den versammelten Medienvertretern selbstbewusst präsentierte. In die heiße Phase des Wahlkampfes startet sie mit einem Zehn-Punkte-Plan, der ein breites Spektrum abdeckt. Hier eine Auswahl ihrer Themen:

Auch wenn ihr klar sei, dass sie als Verwaltungschefin an die Beschlüsse der Kommunalpolitik gebunden sei, sieht Pauli die Rolle der Bürgermeisterin dezidiert als politische: „Ich bin ein durch und durch politischer Mensch.“ Im Gespräch mit den ehrenamtlichen Politikern sei es als Bürgermeisterin möglich, eigene Vorstellungen einzubringen.

Für ausgesprochen wichtig hält Pauli es, dass die Kompetenzen der Ortsteile der Gemeinde Sylt wieder gestärkt werden: „Wenn ich Bürgermeisterin werde, würde ich den Ortsbeiräten ein eigenes Budget geben, das sich nach der Einwohnerzahl berechnet.“

Wenn es um den gemeindlichen Wohnungsbau geht, ist die ehemalige CSU-Politikerin der Ansicht, dass es sinnvoller wäre, erst einmal Baulücken zu schließen und die Bebauung im Innenbereich zu verdichten, als bisher unbebaute Flächen zu versiegeln. Sie glaubt außerdem, dass bei der Vergabe der kommunalen Wohnungen „stärkere Transparenz“ herrschen muss: „Einige Sylter haben das Gefühl, die Vergabe sei nicht gerecht.“ Vor allem aber möchte sie die Kriterien, nach denen die Wohnungen vergeben werden, so umändern, dass die Höhe der Mieten an den Verdienst der Bewohner gekoppelt ist: „Es darf nicht sein, dass Menschen mit gutem Einkommen in durch den Steuerzahler finanzierten Wohnungen leben.“ Um die Einnahmen der Gemeinde zu stärken, setzt Pauli auf die Einführung einer kommunalen Immobiliensteuer: Eigentümer, die nicht mindestens zwei Jahre auf der Insel mit Erstwohnsitz gelebt haben und ihre Immobilie verkaufen, sollen die Hälfte des Veräußerungsgewinns an die Gemeinde zahlen.

Auch das populäre Thema Geburtenstation wurde von der 57-Jährigen aufgegriffen: Sie könnte sich vorstellen, dass auf der Insel eine durch eine Stiftung finanzierte Geburtshilfe möglich wäre, die zudem eine umfassende medizinische Versorgung für Kinder beinhalte. Für dieses Vorhaben müsste das Stiftungsvermögen allerdings recht hoch sein – Pauli rechnet mit laufenden Kosten von 1,2 Millionen Euro im Jahr.

Um kranke Insulaner schneller aufs Festland transportiert zu bekommen, möchte Pauli daran arbeiten, dass die schon vorhandene Fahrspur auf dem Hindenburgdamm gegebenenfalls von Rettungsfahrzeugen befahren werden kann. Darüber habe sie auch schon mit Bahnchef Rüdiger Grube gesprochen.

Abschließend sprach die Politikerin ihren Mitbewerbern um das Bürgermeisteramt ihren Respekt aus. Sie freue sich auf die Wahl am 14. Dezember: „Sylt soll den besten Bürgermeister bekommen“, betonte Pauli. „Oder natürlich die beste Bürgermeisterin.“

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erstellt am 08.Nov.2014 | 05:25 Uhr

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