Ortsbeirat Westerland : Fuß runter vom Gas

Die Einführung von Tempo 30 im gesamten Stadtgebiet von Westerland stieß auf rechtliche Bedenken.
Die Einführung von Tempo 30 im gesamten Stadtgebiet von Westerland stieß auf rechtliche Bedenken.

Der Westerländer Ortsbeirat appelliert an Autofahrer, sich an die innerstädtischen Tempolimits zu halten.

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27. August 2018, 18:01 Uhr

Straßenverkehr in Westerland – ein Dauerbrenner, der immer wieder für Diskussionen sorgt. Auch in der konstituierenden Sitzung des Ortsbeirats Westerland. Im August hatte das Gremium noch die radikale Forderung vertreten, dass künftig auf allen Straßen der Inselmetropole nur noch Tempo 30 gefahren werden sollte. Bis es soweit ist, appellieren die Gemeindevertreter an die Autofahrer, sich an die Regeln zu halten.

„Wir würden es als großen Erfolg sehen, wenn Tempo 30 oder Tempo 50 zumindest eingehalten wird“, berichtete Kay Abeling (CDU) aus dem Ortsbeirat. Als neuralgischen Punkt machten die Kommunalpolitiker insbesondere die Lorens-de-Hahn-Straße aus, den innerstädtischen Abschnitt der Landesstraße 24. Die schnurgerade Straße lade geradezu zum Rasen ein, monierte der Ortsbeirat. Insbesondere ältere Menschen würden sich von einer geradezu aggressiven Fahrweise mancher Autobesitzer bedroht fühlen. Hier seien bauliche Änderungen nötig, um die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 Stundenkilometer durchzusetzen. „Nur mit Schildern erreichen wir nichts“, erklärte der Ortsbeiratsvorsitzende Abeling.

Bei der Forderung nach Ausweitung der Tempo-30-Zonen seien sich die Parteien einig, sagte Kay Abeling gegenüber unserer Zeitung. Allerdings stoße die Umsetzung auf Durchgangsstraßen wie der Norderstraße oder dem Bahnweg auf gesetzliche Hindernisse. Abeling ist sich sicher: „Das Thema wird uns die nächsten Monate noch begleiten.“

Aber nicht nur die Autofahrer sorgen für Ärger – auch die Radfahrer halten sich nicht immer an die Straßenverkehrsordnung. Ein Dorn im Auge ist dem Ortsbeirat vor allem der Radverkehr in den Fußgängerzonen, die eigentlich für jegliche Fortbewegungsmittel tabu sind. Vor allem in der Friedrichstraße könne man immer wieder beobachten, dass „ganze Familienverbände mit einem Affenzahn“ an den Passanten vorbei flitzten – „ohne Angst, dass etwas passieren könnte“, beklagt Kay Abeling.

Dieser Rücksichtslosigkeit sei nur beizukommen, wenn die Radfahrer befürchten müssten, vom Ordnungsamt erwischt zu werden. Der Ortsbeirat sprach sich für zusätzliche Ordnungshüter aus, die auch – wie in Großstädten – eine von weitem erkennbare Uniform tragen sollten. Wichtig sei auch eine technische Ausrüstung, damit die Polizei bei Bedarf zu Hilfe gerufen werden kann. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes sollten keine eigene Stadtpolizei bilden, stellte Abeling klar. Aber sie sollten im Stadtzentrum deutlich präsenter sein als bislang.

Bei seiner konstituierenden Sitzung im Rathaus störte sich der Ortsbeirat noch an einem weiteren Punkt, der nur einen Steinwurf entfernt liegt: Dem kleinen Park zwischen Nord-Ostsee-Sparkasse und Alter Post. Dort würden häufig Menschen sitzen, die Passanten belästigen, den Durchgang durch den Park empfänden viele als unangenehm. Beklagt wurde im Ortsbeirat aber auch der schlechte Zustand einiger Westerländer Straßen. Als Beispiel wurde die Baustelle an der Einmündung Boysenstraße/Käpt’n-Christiansen-Straße genannt, auf der kein Baufortschritt zu erkennen sei. Ein Thema mehr, mit dem sich die Verwaltung nun beschäftigen muss.

Einer der ersten Tagesordnungspunkte der Sitzung war aber die Wahl eines neuen Ortsbeiratsvorsitzenden. Für die CDU ging wieder Kay Abeling ins Rennen, der das Westerländer Gremium bereits seit der Kommunalwahl 2013 leitet. Der 61-Jährige wurde einstimmig wiedergewählt und kündigte an, „mit großem Optimismus“ in seine zweite Legislaturperiode zu gehen. Verabschiedet wurde Andreas Voss, der für die CDU zehn Jahre lang im Ortsbeirat aktiv war.

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