Klimakonferenz auf Sylt : Fürst Albert II von Monaco: „Auf Sylt scheint die Sonne flüssig zu sein“

Fürst Albert II von Monaco am Freitagnachmittag während einer Regenpause vor dem Sylter Weststrand.
Fürst Albert II von Monaco am Freitagnachmittag während einer Regenpause vor dem Sylter Weststrand.

Bei seinem Insel-Besuch sprach das Staatsoberhaupt von Monaco über den Klimaschutz, die Schönheit Sylts und den Inselkoller. Und er verlor auch ein paar Worte über seinen Nachwuchs.

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29. Mai 2015, 21:55 Uhr

Keine Fragen zu den Kindern! Dass es bei dem Besuch von Fürst Albert II von Monaco auf Sylt nicht um sein Privatleben, sondern um das ernste Thema Klimaschutz gehen soll, hatte die monegassische Palastsprecherin im Vornherein deutlich klar gestellt. Okay, dann sprechen wir mit dem freundlich und ein wenig müde wirkenden Herrscher des Zwergstaats halt über den Sylter Strand, den er vor der Klimaschutz-Konferenz im Lister Hotel A-Rosa besichtigt hatte.

„Es war eine gute Idee, diese Veranstaltung auf Sylt stattfinden zu lassen", erklärt er gleich, „die Insel bietet gute Beispiele dafür, wie man mit Küstenschutzmaßnahmen auch Folgen des Klimawandels bekämpfen kann.“ Besonders hätten ihn die Sandaufspülungen beeindruckt, mit denen Sylt seine Strände in Schuss hält. Ohnehin sei die Insel „wunderschön“, lobt der Fürst - und das, obwohl er Sylt lediglich bei strömendem Regen kennengelernt hat. Das Oberhaupt der Familie Grimaldi sah's entspannt: „Auf Sylt scheint die Sonne flüssig zu sein“.

Und dann kommt er selbst auf seine kleinen Zwillinge zu sprechen: Er würde gern noch einmal wieder kommen, das nächste mal aber mit seiner Familie. Am Samstag aber geht es erst einmal zurück nach Monaco.

Ach ja, wie ist das da eigentlich: Wenn man auf der 99 Quadratkilometer großen Insel Sylt lebt, droht ja gelegentlich der Inselkoller. Muss das im zwei Quadratkilometer großen Monaco nicht noch viel schlimmer sein? Klar, sagt der Fürst, kenne er das Gefühl. Allerdings sei er der Ansicht, dass man sich eigentlich überall eingeengt fühlen könne: „Ich habe für ein Training eine Zeitlang in New York gewohnt. Wenn man dort immer im selben Viertel ist, muss man gelegentlich auch mal dringend raus." Um seine Heimat richtig würdigen zu können, müsse man reisen. Er habe dazu ja glücklicherweise regelmäßig die Chance.

Auf dieser Reise erwarteten den adligen Gast neben prominenten Politikern wie den Umweltminister a.D. Klaus Töpfer auch Sylts ehemalige Bürgermeisterin Petra Reiber und ihr Nachfolger im Amt, Nikolas Häckel. Rund 80 Gäste waren der Einladung zur „Climate Conference Sylt“, die von Alberts „Foundation Prince Albert II de Monaco“ veranstaltet wurde, gefolgt.

Rissiger Teer statt rotem Teppich: Fürst Albert II. am Westerländer Flughafen.
Georg Supanz
Rissiger Teer statt rotem Teppich: Fürst Albert II. am Westerländer Flughafen.
 

Die Gäste waren um eine Spende in Höhe von 500 Euro gebeten worden. Geld, das nach Überzeugung von Designer Otto Kern gut investiert ist. Kern, der gemeinsam mit seiner Frau Naomi Valeska ebenfalls unter den Gästen der Konferenz war, lebt in Monaco und ist seit 16 Jahren Mitglied der Foundation des Fürsten. „Da weiß ich, dass das Geld genau in die Projekte geht, für die es eingeworben wird“, so Kern. Mit Sylt verbindet den vor allem als „Hemdenkönig“ bekannten Designer seine erste Fashionshow auf dem Lister Ellenbogen und die ausgelassenen Partyjahre auf der Insel mit Gunter Sachs, der ihn auch an die Côte d’Azur brachte, wie Kern am Rande der Konferenz erzählte.

Seine Rede im Rahmen der Veranstaltung hatte Albert zunächst auf Deutsch gehalten: „Es ist eine große Freude für mich, hier in Sylt, in Schleswig-Holstein zu sein“, begrüßte er das Publikum. Er sei hier in einem Land, das er für sein Umweltengagement bewundere. Der 57-Jährige stellte die verschiedenen Ziele seiner 2006 gegründeten Stiftung vor. Diese engagiert sich unter anderem für den Schutz von Wasserressourcen und den Kampf gegen Dürre. Die Menschheit sei abhängig von den Ozeanen, die gleichzeitig durch „unverantwortliche Handlungen von uns Menschen“ gefährdet würden, sagte Albert.

Als ein Umweltproblem sprach der Regent auch die Eisschmelze und den Anstieg des Meeresspiegels an. Viele Regionen, etwa im Pazifik, seien durch Überflutungen gefährdet. Extreme Wetterereignisse und Überschwemmungen nähmen zu. „Ich glaube, Sie wissen auf dieser Insel ein bisschen was darüber.“ Alberts Stiftung unterstützt auch Forschungsprojekte und Wissenschaftler. „Wir sind in der Lage, Fortschritte zu machen“, gab sich der Fürst zuversichtlich. Dies werde seine Zeit brauchen, manchmal auch schmerzhaft sein. „Aber wir haben keine andere Wahl."

(mit dpa)

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