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Sylter Rundschau

21. Oktober 2017 | 02:09 Uhr

Für mehr Reet-Variationen in Kampen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Bei einem Architektur-Wettbewerb zeigen die Teilnehmer, welche kreativen Möglichkeiten das Thema Reet bietet

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2013 | 00:33 Uhr

Großflächige Glasscheiben und Metallverstrebungen in Verbindung mit einem Reetdach – wenn es nach den Teilnehmern eines Architekturwettbewerbs geht, sieht so die bauliche Zukunft von Kampen aus. Der Architekt und Markler Ralph Justus Maus suchte zum hundertjährigen Geburtstag der Kampener Ortsgestaltungssatzung nach Möglichkeiten, das Thema kreativer anzugehen, als bisher.

Denn wer derzeit in Kampen ein Haus bauen will, muss zahlreiche Einschränkungen in Kauf nehmen. Um die Einheitlichkeit des Ortsbildes sicherzustellen, legt die Ortsgestaltungssatzung fast jedes Detail – von dem Abstand zwischen dem Fußboden und Firstoberkante, über den Neigungswinkel der Dächer bis hin zur Größe und Beschaffenheit der Fenster – ganz genau fest. „In den vergangenen Jahren ist die Satzung immer rigider geworden. Als Architekt kommt man sehr schnell an die Grenzen des Gestaltungsraums“, erklärt Maus.

Deshalb wollte er der Gemeinde mit Hilfe des Wettbewerbs neue Wege aufzeigen, wie Reetdachhäuser auf eine interessante Weise gestaltet werden können. „Ich bin schon ein Fan von Reet, aber man kann mit diesem Thema kreativer umgehen.“ So habe es in Kampen bereits in den 30er Jahren mit dem Arenarius-Haus eine Mischung aus Fachwerk und Reetdach gegeben. „Das wäre wegen der Satzung heute nicht mehr möglich.“

Insgesamt wurden 31 Vorschläge bei dem Wettbewerb eingereicht. Daraus wählte eine Jury drei Sieger aus. Diese besteht nicht nur aus den Architekten Ralph Justus Maus, Hadl Teheranl und Nikolaus Götze, sondern auch der Kampener Bürgermeisterin Steffi Böhm, Kampens Bauausschussvorsitzenden Manfred Hermann und dem Leiter der Bauaufsicht der Gemeinde Sylt, Peter Andresen. „Alleine, dass diese Leute in der Jury mitgemacht haben, sendet für mich das positive Signal aus, dass die Verwaltung bereit ist, sich mit dem Thema auseinander zu setzen“, sagt Maus. Die besten 15 Entwürfe haben ihm gut gefallen. „Da kann man absolut darüber nachdenken, sie umzusetzen. Obwohl man sicherlich noch daran herumfeilen müsste.“

In der Begründung zum Siegerentwurf von Martin A. Müller und Michael Dazko heißt es, die Architekten hätten es geschafft, moderne Architektur mit traditionellen Materialien so zu kombinieren, dass sich ein interessanter, skulpturaler Baukörper bilde. „Das Reet ist innovativ eingesetzt und die unterschiedlichen Traufhöhen eröffnen tolle Ausblicke in die Landschaft. Außerdem könnte man, abgesehen von der Ortsgestaltungssatzung, den Entwurf so direkt umsetzen.“

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