Aktionstag am Sylter Strand : Für die Vielfalt in den Meeren

Zahlreiche Besucher nahmen gestern am Rantumer Strand das Angebot wahr, mit „Fischfotos“ als visuelle Demonstration die Forderung zu unterstützen, der Überfischung endgültig ein Ende zu setzen.

Zahlreiche Besucher nahmen gestern am Rantumer Strand das Angebot wahr, mit „Fischfotos“ als visuelle Demonstration die Forderung zu unterstützen, der Überfischung endgültig ein Ende zu setzen.

Zum „Tag der Fische“ rief Slow Food Deutschland gestern zu einem Aktionstag am Rantumer Strand auf.

shz.de von
21. August 2018, 15:08 Uhr

Ein kleiner weißer Pavillion und der Duft leckerer Fischsuppe sorgte gestern am Übergang zum Hauptstrand in Rantum für Aufsehen: Zum „Tag der Fische“, der heute begangen wird, machte der Verein Slow Food mit einer ganz besonderen Aktion auf die Vielfalt der Tiefsee und ihrer Lebewesen aufmerksam. Mit dabei: Sylts Zwei-Sterne-Koch Johannes King aus dem Söl’ring Hof, der kostenlose Fischsuppe an die Passanten verteilte und mit dem ein oder anderen einen kleinen Plausch hielt.

Hinter der fröhlichen Aktion steckt ein ernster Hintergrund: „Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass es vielen Fischbeständen in den Meeren nicht gut geht“, erklärt Nina Wolff, Leiterin der Fisch-Kommission bei Slow Food Deutschland. Zwar habe sich in den vergangenen Jahren in der Nordsee schon viel verbessert, „durch umsichtiges Management geht es einigen Fischbeständen schon besser, anderen geht es aber auch gar nicht gut“, so Wolff.

Zwei-Sterne-Koch Johannes King (2. v. li.) verteilte Fischsuppe und unterhielt sich mit Passanten über nachhaltige Fischerei.
Zwei-Sterne-Koch Johannes King (2. v. li.) verteilte Fischsuppe und unterhielt sich mit Passanten über nachhaltige Fischerei.
Mit „Fischfotos“ als visuelle Demonstration will der Verein seine Forderung zu unterstützen.
Mit „Fischfotos“ als visuelle Demonstration will der Verein seine Forderung zu unterstützen.

Die gestrige Aktion wollte vor allem auf die Bestände in der Tiefsee aufmerksam machen, die ein in großen Teilen noch unbekannter Hot Spot für Biodiversität auf unserem Planeten ist. Aber: Sie ist bedroht. Nachdem industrielle Fischereiflotten die Küstengewässer Europas überfischt haben, richten sie ihre Suche immer mehr auf die Tiefsee und „Weltweit sind viele Tiefseebestände bereits wegen Überfischung zusammengebrochen“, so Wolff.

Zahlreiche Besucher nahmen gestern am Rantumer Strand das Angebot wahr, mit „Fischfotos“ als visuelle Demonstration die Forderung zu unterstützen, der Überfischung endgültig ein Ende zu setzen (siehe Foto oben). „Das ist unser Zeichen an die Politik“ erklärt Nina Wolff. Die Fotos sollen gesammelt werden und dann Julia Klöckner, der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, überreicht werden, „als Demonstration, dass sich die Menschen für nachhaltige Fischerei interessieren“, so Wolff. Denn bereits im November werden europäische Politiker, darunter auch Klöckner, entscheiden, ob die Überfischung von Tiefseefischen beendet werden soll.

Für Johannes King war es selbstverständlich, an der Aktion teilzunehmen. „Ich bin schon lange bei Slow Food aktiv – und wenn ich irgendwie unterstützen kann, dann mache ich es gerne“, sagt er. Und dieses Thema sei ihm wichtig: „Wir haben vor 15 Jahren angefangen, keine Fische mehr zu nehmen, die südlicher als Hamburg schwimmen. Dadurch haben wir mehr Regionalität, sind aber auch viel stärker darauf angewiesen, was die Kleinfischerei hergibt“, sagt er. Deshalb gebe es in seiner Küche nicht das ganze Jahr über Wittling, Meeräsche oder Knurrhahn. „Denn alles hat seine Jahreszeit – und gerade das macht es spannend, genussvoll und abwechslungsreich.“

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