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Sylter Wunschzettel für 2014 : „Für das neue Jahr wünsche ich mir ...“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Bezahlbarer Wohnraum, die Geburt des eigenen Kindes auf der Insel oder weniger Stürme: Die Sylter erzählen, welche Hoffnungen und Wünsche sie für das Jahr 2014 haben.

shz.de von
erstellt am 02.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Was wünschen sich Sylter für das neue Jahr? Für sich selbst, für ihre Insel? Die Sylter Rundschau hat nachgefragt. Bezahlbarer Wohnraum, das ist keine Überraschung, ist eines der Hauptanliegen. Genauso wie der Wunsch, seine Kinder hier zur Welt bringen zu können. Solche Wünsche stimmen schon ein wenig nachdenklich. Nachdenklich deshalb, weil Wohnen und Kinder zu bekommen zu den Grundbedürfnissen der Menschen gehört und weil Sylt keine arme Insel ist. Doch in den Wünschen liegt auch die Hoffnung, dass sich etwas bewegt auf der Insel. Und das ist es allemal wert, einen Wunschzettel zu schreiben.


Susanne Thesing aus Tinnum, 49, Telefonzentrale Insel Sylt Tourismus-Service
„Es kann doch nicht sein, dass Tiere ausgesetzt oder regelrecht weggeworfen werden, weil die Menschen kein Interesse mehr an ihnen haben. Ich wünsche mir, dass möglichst viele von unseren Tieren ein schönes und endgültiges Zuhause bekommen und dass der Respekt gegenüber einem Lebewesen, sei es auch noch so klein, bewahrt wird.“


Tobias Enkelmann, 36, Unternehmer (Hörnum)
„Für das neue Jahr wünsche ich mir wieder mehr Sylter, die stolz darauf sind, hier auf der Insel zu arbeiten und zu leben. Die es sich bewusst machen, wie besonders es ist, hier zu sein bzw. hier sein zu können – und dies auch kommunizieren. Natürlich haben wir hier auf der Insel offensichtliche Probleme. Die sollte man allerdings intern diskutieren und regeln. Und letztlich unseren Gästen aus voller Überzeugung einen perfekten Urlaub bieten.“

Christin Wolter, 23, Teilzeitkraft bei Woolworth (Tinnum)
„Mein Mann und ich leben zurzeit mit unserem zweijährigen Sohn in einem Ein-Zimmer-Appartement. Möbel und einen Großteil unserer Sachen haben wir bei Freunden auf der Insel und auf dem Festland untergestellt. Es wäre klasse, eine tolle Wohnung zu finden, sodass wir als kleine, junge Familie auf der Insel bleiben dürfen.“


Sabrina Alff, 29, Ergotherapeutin in Elternzeit (Morsum)
„Mein erstes Kind wäre letztes Jahr beinahe auf dem Autozug auf die Welt gekommen. Die Fahrt über den Hindenburgdamm war für mich eine echte Katastrophe, ich hatte sogar Angst um unser Leben. Jetzt bin ich erneut schwanger und an der Situation hat sich nichts geändert. Ich wünsche mir nur, dass die Geburtshilfe auf der Insel endlich gesichert ist und ich mein zweites Kind hier zur Welt bringen kann.


Raphael Ipsen, 36, Unternehmer (Tinnum)
„Ich wünsche mir mehr Miteinander und ein insulares Handeln auf Sylt. Damit wir mehr erreichen und sinnlose Investitionen verhindern. Dazu gehört unter anderem, dass wir Projekte wie die Geburtshilfe, den Hafen Hörnum und die ehemalige Marineversorgungsschule in List und vieles mehr gemeinsam anpacken. Wir leben alle auf diesem kleinen Fleckchen Sand. Da sollte es doch möglich sein, dass für dessen Erhalt und Entwicklung alle an einem Strang ziehen.“


Lars Schmidt, 43, Kaufmann (Morsum)
„Der mir wichtigste persönliche Wunsch fürs kommende Jahr ist 365 Tage Gesundheit für meine Familie, meine Freunde und mich. Für die Insel wünsche ich mir, dass auch in 2014 und dauerhaft Kinder geboren werden und diese dann auch ein Lebensumfeld mit Chancen und Perspektiven vorfinden. Grundlage dafür muss nicht nur der Wohnraum sein, sondern in vielen Bereichen der Insel auch wieder eine menschlicherer, weniger profitorientierter Umgang miteinander. Dafür wäre es klasse, wenn der Gemeinsinn, der bei großen, spektakulären Aktionen ja schon immer besser zu Tage tritt, auch im Alltag Einzug hält.“

Marita Leskau, 34, Kundenbetreuerin bei Adler Schiffe (Westerland)
Ich wünsche mir, dass es wieder aufwärts geht für uns Sylter. Die Lebenshaltungskosten sind enorm gestiegen, vom Autozug angefangen über Benzin bis zum Freizeitangebot. Hier ein Familienleben zu finanzieren ist echt schwer. Ich will aber für meine Kinder versuchen, ein Stück dieser heilen Welt hier zu bewahren und ihnen eine Zukunft in ihrer Heimat zu ermöglichen. Da gehört natürlich auch eine Klinik mit Geburtenstation dazu!“

Stephanie Oettl, 25, Mitarbeiterin bei der Nospa (Westerland)
„Mein Wunsch sind mehr Vorteile für Sylter auf der Insel, so dass man sich auch im Sommer ein „normales“ Leben hier leisten kann. Zum Beispiel einen Sondertarif für die Sylter Welle. Außerdem wären mehr Berichte z.B. über Tanz- und Theatergruppen oder anderen Vereinen von der Insel toll – nicht immer nur die typischen Sommerberichte vom Meerkabarett.“

Thomas Diedrichsen, 47, Vermieter und Seehundjäger (List)

„Für das neue Jahr wünsche ich mir weniger Stürme, mehr Sandaufspülungen, schönes Wetter und für mich persönlich Gesundheit. Außerdem wäre es gut, wenn wir weniger kranke Seehunde, Robben und Schweinswale an den Sylter Stränden finden würden. Sonst waren es immer nur maximal 300 kranke oder tote Tiere, in diesem Jahr 570. Das wird hoffentlich im nächsten Jahr weniger.“

Rüdiger Meyer, , Inhaber des Restaurants Wonnemeyer (Wenningstedt)

„Durch den Sturm Xaver ist bei uns im Restaurant von der Pumpe bis zum Lagerhaus alles zerstört worden. Deshalb wünsche ich mir einen langfristigeren Pachtvertrag, damit sich die Investitionen, die wir jetzt reinstecken auch lohnen. Außerdem wäre es gut, wenn es im neuen Jahr keine schweren Stürme mehr geben würde.“

Es gibt aber auch Sylter, die wunschlos glücklich sind. Naja, beinahe. Alex Scharf aus Hörnum hat nur einen bescheidenen Wunsch. Ein Live-Konzert der „Toten Hosen“ in seinem Kleingarten, das wäre was. Wer weiß. Vielleicht liest ja der Frontmann der „Hosen“ zufällig diesen Artikel, konsultiert seine „Ärzte“ und lässt sich einen Trip „Zurück nach Westerland“ verschreiben.


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