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Streit um einen Sylter Radweg : Fünf lange Jahre für einen kurzen Weg

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nach heftigem Streit in Politik und Verwaltung gibt der Finanzausschuss grünes Licht für den Ausbau des Radwegs zwischen Keitum und Tinnum.

Ortsbeiratsvorsitzende gegen Gemeindevertreter, Bürgermeister gegen Tiefbauamtsleiter, CDU-Politiker gegen eigene Partei-Kollegen: Der Ausbau eines kleinen Sylter Radweges von 2  200 Metern Länge führte im nunmehr fünften Jahr zu großem Streit zwischen Politik und Verwaltung, aber auch innerhalb dieser Institutionen. Dabei begann das Ganze friedlich und zielorientiert. Um das Radwegenetz im Inselosten zu verbessern, um mehr Sicherheit für Urlauber und Insulaner zu schaffen, die zwischen Keitum und Tinnum unterwegs sind, sollte ein maroder Schotterweg mit vielen Schlaglöchern ausgebaut werden. Er beginnt Höhe Teekontor, verläuft parallel zur Bäderstraße entlang der so genannten Schlangenfarm und endet am Tierpark.

Seit 2011 wurden für diese Maßnahme verschiedene technische Varianten mit Kosten bis zu einer halben Million Euro projektiert und diskutiert. Das Spektrum umfasste die preiswerte Errichtung eines Grand-Weges, die Verlegung von komfortablen, aber teuren Betonspurplatten sowie einen Ausbau mit Asphalt. Für die Beton-Variante setzten sich vor allem Oliver Ewald und Manfred Uekermann, die Ortsbeiratsvorsitzenden von Keitum und Tinnum, ein. Doch beide CDU-Politiker ernteten immer wieder Gegenwind: von den Fachleuten des Bauamts ebenso wie von anderen Gemeindevertretern, teilweise sogar aus dem eigenen politischen Lager.

Im Frühjahr 2015 entschieden erst der Fachausschuss und dann die Gemeindevertretung, die erforderlichen Haushaltsmittel für die Asphalt-Ausbauvariante in Höhe von 275  000 freizugeben. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Maßnahme noch vor der Saison 2015 umzusetzen. Doch daraus wurde nichts: Denn der neue Bürgermeister Nikolas Häckel schaltete ein „im ländlichen Wegebau erfahrenes Ingenieurbüro“ ein, um die Asphaltplanungen nochmals fachlich überprüfen zu lassen. Dies führte zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Häckel und Tiefbauamtsleiter Reiner Brudnitzki – zunächst intern, dann sogar öffentlich auf der Bauausschuss-Sitzung am Montag.

Nur zwei Tage später jedoch scheint die endgültige Entscheidung gefallen: „Zurück zum alten Beschluss“ lautete die Devise am Mittwochabend im Finanzausschuss. Die Mehrheit der Mitglieder entschied sich bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung für den Asphaltweg. Eberhard Eberle (SPD) kritisierte erneut die Beauftragung des externen Ingenieurbüros durch Bürgermeister Häckel. „Das war völlig unnötig und verursacht vielleicht sogar weitere Kosten.“

Die Ausschreibung der Baumaßnahme soll nun baldmöglich veröffentlicht werden. Mit der Vergabe wird für Ende September, Anfang Oktober gerechnet. Baubeginn könnte noch in diesem Jahr sein – „bei einem optimalen Ablauf“, wie Martin Seemann betonte. Die Arbeiten selbst dürften dann nur zirka 14 Tage dauern: „Wir müssen dort ja nicht unterm rollenden Rad bauen“, sagte der Leiter des Bauamts der Gemeinde. „Alle benötigten Materialien sind vorhanden und mit den modernen Maschinen geht das heutzutage ganz schnell.“

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erstellt am 14.Aug.2015 | 05:01 Uhr

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