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Sylter Rundschau

21. November 2017 | 18:46 Uhr

Sylter Wein : Fünf erfolgreiche Jahre

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Keitumer Winzer sind trotz leicht gesunkener Gesamtmenge von 1200 Litern zufrieden mit dem Jahrgang.

Besser als am Sonntag konnte das Wetter kaum sein: Ein wahrhaft goldener Oktobertag mit reichlich Sonnenschein, ohne jeden Regenschauer und herbstlich-warmen 15 Grad. Als wenn sie es geahnt hätten, kamen so viele Rebstockpächter wie nie zuvor in den Keitumer „Weinberg“, um dort die Trauben des Jahrgangs 2017 ihres „Söl’ring“ zu ernten. Inklusive weiterer fleißiger Helfer – wie zum Beispiel Auszubildenden von den Inselhotels Benen-Diken-Hof (siehe Foto auf Seite 1), Stadt Hamburg und Budersand – versammelten sich ab 10.30 Uhr fast 100 Teilnehmer neben der Kirche St. Severin, um ihren Arbeitseinsatz traditionell mit einem Sektempfang zu beginnen.

Mit dem Arbeitsergebnis der „Freizeitwinzer“ zeigte sich Christian Ress vom Weingut „Balthasar Ress“ aus Hattenheim im Rheingau hochzufrieden: „Der Oechslewert beträgt exakt 80 Grad, das ist ideal für die hier angebaute Rebsorte Solaris.“ Der Ertrag wird bei ungefähr 470 Litern liegen; der größte Teil des dann in Flaschen abgefüllten „Söl’ring“ geht an die Rebstockpächter, der Rest wird auf Sylt exklusiv von Getränke Möller vertrieben. „Aufgrund der kleinen Menge allerdings nur sehr begrenzt“, sagt Ress. „Bei Interesse ist es am sichersten, einen Rebstock zu pachten. Denn die Pächter werden immer als erstes bedient.“

Bei der Sylter Weinbau GbR in der Nähe des Flughafens wird Wein auf 7000 Quadratmetern angebaut.
Bei der Sylter Weinbau GbR in der Nähe des Flughafens wird Wein auf 7000 Quadratmetern angebaut. Foto: Iris Seemann

Rebstöcke seien demnächst wieder verfügbar, weil jetzt erstmals auch die Fünf-Jahres Verträge auslaufen, erklärte Winzer Christian Ress. Weitere Infos dazu gäbe es im Internet auf www.rebstockpacht.de. „Die zu pachtenden Rebstöcke bleiben allerdings auf 555 Stück limitiert. Die Anlage insgesamt besteht aus 1725 Rebstöcken.“ Nach der Weinlese gab es ein rustikales Mittagessen im Keitumer Weinberg und im Anschluss konnten Interessierte außerdem die „offizielle Söl’ring Kelterstation“ bei Getränke Möller in Tinnum besuchen.

 


Aus den Trauben des „Sölviin“ wird erstmals Sekt gekeltert


 

Auf dem anderen Keitumer Weinberg gegenüber von St. Severin haben rund zwei Dutzend Freiwillige schon eine Woche zuvor die grünen Beeren von den Rebstöcken gepflückt. Dort haben 2008 der Sylter Architekt Henning Lehmann und der Unternehmer Olaf Klein gemeinsam mit der Sommelière Birgitta Quendler ihre Sylter Weinbau GbR gegründet und knapp 3000 Rebstöcke der Weißwein-Sorte Solaris auf einer ehemaligen Ackerfläche angepflanzt. Die ersten Erträge waren allerdings noch sehr bescheiden: „Das reichte mal gerade für den Hausgebrauch“, erinnert sich Nebenerwerbs-Winzer Henning Lehmann. „Aber wir haben es ja vor allem aus Spaß an der Sache gemacht.“ Seit fünf Jahren gibt es auch ihren Sylter Wein im Handel, sowohl in Lebensmittelgeschäften der Insel und in Hamburg, als auch im Onlineversand.

Rund 700 Liter betrug die Ernte in diesem Jahr – nach rund 950 Liter „Sölviin“ im Jahr zuvor. Der Oechslegrad lag auch hier bei 80, der Alkoholgehalt bei knapp elf Prozent. Schuld war der schlechte Sommer, mit wenig Sonne, viel Regen und niedrigen Temperaturen, erläutert Henning Lehmann. Viel besser sei der letzte Sommer auch nicht gewesen, aber das gute Wetter im September 2016 habe die Erntemenge und den Oechslegrad nochmal in die Höhe getrieben. Von der diesjährigen Weinernte soll erstmals auch Sekt gekeltert werden. Das Ziel sind 200 Flaschen, die von der Sektmanufaktur Schloss Vaux in Eltville am Rhein nach traditioneller Methode hergestellt werden, wie in der Champagne: „Jeden Tag eine Vierteldrehung.“ Spätestens im Frühjahr 2018, ein paar Wochen nach dem Wein, könnte auch der Sylter Sekt in den Handel kommen.

Für nächstes Jahr plant die Sylter Weinbau GbR auch eine deutliche Vergrößerung ihrer Anbaufläche auf mehr als das Vierfache. Waren es bisher 0,7 Hektar, so dürfen die Sylter Winzer künftig drei Hektar ihres „Weinberges“ bewirtschaften.

 

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