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Brandschutz : Frust und Freude bei Hörnumer Feuerwehrleuten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit ihrem neuen Spreizer-Scheren-Satz können die Feuerwehrleute im Notfall auch besonders versteifte Fahrzeugkarosserien öffnen

Freude und Frust halten sich bei der südlichsten Inselwehr derzeit die Waage. Während die Blauröcke ihre Ausrüstung jetzt durch einen Spreizer-Scheren-Satz modernster Generation bereichern konnten, ist eines der Fahrzeuge seit nunmehr einem Jahr nach einer Umrüstung nicht einsatzfähig – bis dato weigert sich die beauftragte Fachfirma, die Kosten für die erforderliche Nachbesserung zu tragen.

Doch zunächst zur guten Nachricht: Die Hörnumer Wehr rangierte ihren 20 Jahre alten Spreizer-Scheren-Satz, mit dem sich verunglückte Fahrzeuge aufbrechen lassen, aus und überließ ihn der Nachbarwehr in Rantum.

Neu bestückt wurde das Löschfahrzeug dafür mit einem topmodernen Rettungssatz der Firma Weber. Mit einer Schneidkraft der Schere von maximal 107 Tonnen und einem Druck des Spreizers von maximal 700 Bar können auch besonders versteifte Fahrzeugkarosserien geöffnet werden. „Der neue Satz ist vom Gewicht leichter sowie einfacher zu bedienen als der Vorgänger“, freut sich Wehrführer Dieter Mordhorst.

Mit rund 18  000 Euro schlug die Anschaffung des Rettungssatzes nebst Zubehör zu Buche, wobei sich die Gemeinde Hörnum und der Kreis die Kosten teilen. Bei einer der nächsten Übungen werden sich die Kameraden mit der Neuerwerbung vertraut machen, stellte Mordhorst in Aussicht.

„Generell“, so Schriftwart Björn Hartwig, „sind wir in der Wehr modern unterwegs: Der vor gut zwei eingeführte Digitalfunk funktioniert bestens, unsere Homepage unter der Adresse ff-hoernum.de wurde neu gestaltet und zudem eine Smartphone-App kreiert. Für die nahe Zukunft sind weitere Neuerungen geplant.“

Unerfreulich hingegen ist der Status quo des Tanklöschfahrzeugs vom Typ TLF 2000, das seit einem Jahr in der Fahrzeughalle einen Dornröschenschlaf fristet. „Wir haben das TLF seinerzeit durch die Firma Ziegler mit einem neuen Aufbau ausrüsten lassen, wobei die Firma Ziegler die damit einhergehende Veränderung des Fahrgestells an eine andere Fachfirma vergab“, berichtet der Wehrführer.

„Fakt ist, dass das Fahrzeug seit der Modernisierung beim Fahren stark schlingert und daher nicht eingesetzt werden kann. Bislang weigert sich die Firma Ziegler, die erforderlichen Material- und Arbeitskosten zu tragen, die sie auf 11  000 Euro schätzt. In den nächsten Tagen lassen wir das Fahrzeug durch einen Gutachter untersuchen und werden die weiteren Schritte beraten“, erläutert Mordhorst.

Auch Bürgermeister Rolf Speth ist empört: „Wir haben 80  000 Euro investiert und haben dafür ein nicht einsatzfähiges Fahrzeug. Das ist doch blanke Ironie.“ Der Dank der Hörnumer Blauröcke gilt in diesem Zuge der Keitumer Wehr, die zur Überbrückung ein Tanklöschfahrzeug zur Verfügung stellte.

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