FRS flaggt Syltfähre aus

Veränderungen auf der Syltfähre: Neue Preise, Online-Rabatte und eine neue Flagge. Foto: Christiansen
Veränderungen auf der Syltfähre: Neue Preise, Online-Rabatte und eine neue Flagge. Foto: Christiansen

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18. Februar 2011, 09:19 Uhr

List/Flensburg | Statt der deutschen Flagge wird voraussichtlich ab kommendem Mittwoch die Flagge Zyperns am Heck der zwischen Sylt und Röm verkehrenden MF "SyltExpress" wehen.

Im Rahmen des von Geschäftsführer Christian Baumberger Mitte Januar angekündigten Restrukturierungsplans (wir berichteten) wurde nicht nur die Zahl der Fahrten reduziert und damit acht der zuvor 35 Mitarbeiter betriebsbedingt gekündigt, sondern auch die Entscheidung getroffen, das Schiff "auszuflaggen". Neuer Heimathafen der zur Flensburger Förde Reederei Seetouristik (FRS) gehörenden Syltfähre ist dann Limassol auf Zypern.

Eine Maßnahme, die man vor allem deshalb ergriffen habe, um bedarfsgerechter Personal einstellen und auch wieder kündigen zu können, wie FRS-Sprecherin Birte Dettmers erklärte. Anders als bei Ausflaggungen zumeist üblich, wird jedoch weiterhin die deutsche Seeberufsgenossenschaft für das Schiff und seine Besatzung zuständig sein und das Personal in Deutschland versichert.

Wegen einer Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen, mit der Umflaggung verbundenen Änderungen des Funkcodes und ähnlichem wird es am 23. Februar keine Fahrten der Syltfähre geben.

Die 1963 von der dänischen Lindinger Reederei errichtete Linie wurde nach deren Konkurs 1981 von der Flensburger Förde-Reederei übernommen. Trotz großer Investitionen in den Neubau der Doppelendfähre "SyltExpress" und die Anleger in List und Havneby vor fünf Jahren fuhr die jährlich rund 400 000 Passagiere befördernde Fährlinie allein im vergangenen Jahr ein Defizit von rund einer Million Euro ein. Dettmers: "Wir wollen nicht nur in zwei Jahren das 50-jährige Jubiläum der Fährlinie erleben, sondern gerne auch noch das hundertjährige." Um das zu gewährleisten, habe man jetzt handeln müssen.

Zu den weiteren Maßnahmen gehören beispielsweise verstärkte Bemühungen, den Versorgungsverkehr per Lkw auf die Fähre zu holen.

Zwar wurde zum 1. Februar der Fahrpreis für alle Pkw, unabhängig von der Länge, auf 75 Euro (hin und zurück) festgelegt, gleichzeitig aber Rabatte für die Online-Buchung (www.syltfaehre.de) eingeführt. Ab sofort lassen sich damit, je nach Abfahrtzeit, bis zu 20 Prozent vom Normaltarif sparen. Insulaner (sofern sie als solche registriert sind) erhalten online automatisch den vergünstigten Tarif, allerdings ohne weitere Rabatte.

Und wie sieht es mit dem zuletzt zusammengestrichenen Fahrplan aus? Dettmers: "Wir sind zuversichtlich, ihn im Frühjahr wieder auszuweiten.

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