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April-Wetter : Fröstel-Alarm: Der Sylter Frühling macht Pause

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das zweite trübe Wochenende in Folge: Auf der Insel herrscht vorübergehend November-Stimmung.

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2014 | 12:25 Uhr

Noch vor kurzem konnte man in der Sonne sitzen und seine Winterjacke in der Garderobe hängen lassen. Seit einigen Tagen machen die Temperaturen da aber nicht mehr mit – Schal, Mütze und Handschuhe mussten wieder hervorgeholt und spontane Sonnenbäder im Strandkorb verschoben werden. Da können die Sylter und Gäste die Menschen im Südwesten Deutschlands nur beneiden.

Die großen Temperaturunterschiede seien ganz normal, stuft Julia Isabel Schmidt von WetterWelt in Kiel die Lage ein: „Aufgrund des beständigen Ostwindes sinken die Temperaturen im Norden. So etwas kann auch im Sommer passieren – momentan spielt der Wind einfach nicht mit“, sagt Schmidt.

Trotz der in den einstelligen Bereich gefallenen Temperaturen müssen sich Café-Betreiber keine Sorgen machen. So etwa das Café Orth in der Westerländer Friedrichstraße. Hier sitzen die Gäste gerne draußen, eingekuschelt in Decken. „Für uns ist es eigentlich auch besser, wenn es kälter ist“, sagt die Angestellte Tiana Hilbig, „wenn die Sonne scheint und es wärmer ist, sind die Leute am Strand.“

Das bestätigen Corina und Volker Bartels, die momentan auf Sylt Urlaub machen. Sie wärmen sich mit warmen Kaffee und beschweren sich nicht über das Wetter: „Wir wissen ja, wie es hier auf Sylt mit dem Wetter ist“, sagt Volker Bartels, der seit 15 Jahren auf die Insel fährt, um Urlaub zu machen.

Heißgetränke wie Kaffee & Co. lassen sich momentan sicherlich besser verkaufen als Eis. Dennoch, der Eisverkauf bei Leysieffer ist seit Anfang März geöffnet. „Auch wenn die Leute weniger Eis kaufen, wenn es kälter ist, machen wir den Verkauf nicht zu“, sagt der Angestellte Volker Kiehl. Sobald die Temperaturen steigen, wollen die Kunden dann auch wieder ein kühles Eis essen.

So spontan das Essverhalten der Sylt-Urlauber ist, ist auch ihre Entscheidung, auf Sylt überhaupt Urlaub zu machen. Jacqueline Motzkus vom Tourismus-Service in Kampen: „Für Ostern haben wir noch freie Kapazitäten, das war vor einigen Jahren anders.“ Der Trend gehe dahin, dass die Gäste sich spontan nach Wetter-Lage entscheiden, wann und wo sie Urlaub machen, so Motzkus.

Der Lister Kurdirektor, Boris Ziegler, weiß zwar von vielen Gästen in der Gemeinde List, dass ihnen das wechselhafte Wetter nichts ausmacht – „Die Gäste wissen ja wo sie hinfahren und packen ihren Koffer dementsprechend.“ Doch genauso wisse er auch, dass sich die Menschen heutzutage häufig nach der Wetterlage richten, wenn es um ihren Urlaub gehe. „Und in zwei Stunden kann ich mit dem Flieger auch auf Mallorca sein“, sagt Ziegler, der sich des Wettbewerbs bewusst ist.

 

 

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