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Sylter Rundschau

23. August 2017 | 10:35 Uhr

Frischzellenkur für das Hapag-Haus

vom

Das ehemalige Hapag-Haus ist neben dem Leuchtturm das älteste Gebäude in Hörnum - jetzt wird es als Hotel neu eröffnet

Hörnum | Noch wird an dem ehemaligen Hapag-Haus im Herzen Hörnums hektisch gearbeitet: Das Gebäude unweit des Leuchtturms gehört zu den ältesten Bauten im Inselsüden und soll pünktlich zum Hafenfest am kommenden Wochenende renoviert, umgebaut und mit neuem Antlitz als "Hotel HAPAG 54 Nord" seine Wiedergeburt feiern.

Das von Reeder Alfred Ballin 1914 erbaute Hapag-Haus in der Strandstraße ist eng mit der touristischen Geschichte der Gemeinde verbunden: So gehörte es zu den ersten Gebäuden, die nach dem Bau des Hapag-Anlegers und der Inselbahn zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden. Die Entwicklung der Gemeinde wurde damals durch den tidenunabhängigen Naturhafen östlich der Budersand-Düne angeschoben. Nachdem hier die Anlegebrücke für den Hapag-Seebäderdienst Hamburg-Helgoland-Hörnum in Betrieb genommen wurde, wuchs anschließend eine kleine Siedlung auf der Landzunge, der heutige Hörnumer Dorfkern. Mit dem einsetzenden Schiffsverkehr wurde Hörnum als Hafenort aufgewertet und die Inselbahn begann, Gäste aus Hörnum nach Westerland zu transportieren. Erst 1927 bekam diese Verbindung durch den Bau des Hindenburgdammes ernsthafte Konkurrenz.

Zurück zum Hapag-Haus: Als "Hotel Bettina" diente das markante Gebäude in der Strandstraße einst als Anlaufpunkt für die Passagiere des Hapag-Seebäderdienstes, dessen Schiffe von Hamburg aus Helgoland, Föhr und Sylt anliefen. Diese Episode ist bereits lange Geschichte und das Haus (Hotel "Alter Fähranleger" und Restaurant "Fischreuse") wurde nach mehreren Besitzer- und Namenswechseln dem Verfall überlassen.

Investor Dirk Rose beobachtete den Niedergang des traditionsreichen Gebäudes über Jahre: "Ich habe mich lange darüber geärgert, dass hier nichts passierte." Schließlich fasste er gemeinsam mit zwei weiteren Partnern (GmbH Höft, Rose und Müller) den Plan, das Gebäude zu neuem Leben zu erwecken und für rund acht Millionen Euro in ein modernes Hotel mit 44 Betten zu verwandeln. Von der historischen Bausubstanz ist am Ende nicht viel übrig geblieben: "Nur das Hintermauerwerk steht noch", berichtet Rose. Trotz Glasfront und neuem Mauerwerk scheint aber das Hapag-Haus in seiner ursprünglichen Form bis heute durch. Genau wie der Charakter, soll auch die Geschichte des Hotels erhalten werden und gehört zum Konzept des Standortes: "Wir wollen den Gästen die Historie näher bringen", versichert Investor Rose. Aus diesem Grund soll das Interieur auf die maritime Geschichte des Hauses abgestimmt werden. "Als besonderen Clou haben wir den Bistro- und Bar-Bereich mit Teilen eines alten Hapag-Containers gestaltet ", erklärt Ines Müller, die für die Innenausstattung des Hotels zuständig ist. Die Ausstattung der Räume ist demnach eine Verbindung aus Industrie-Chic mit maritimen Bezügen. "Wir setzen auch in diesem Haus unsere Linie fort", verspricht Hotelier Dirk Rose. Neben dem Hotel HAPAG 54 Nord, hat der Geschäftsmann kürzlich auch die ehemalige Hof Galerie in Morsum zu einem Hotel ummodelliert.

Der Neustart des Hapag-Hauses wird Hörnum einen positiven Impuls geben, hofft Rose: "Das Projekt ist gut für die touristische Entwicklung der Gemeinde."

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erstellt am 01.Aug.2013 | 04:59 Uhr

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