Silvester auf Sylt : Friedlich und fröhlich ins neue Jahr

Feierten in Westerland: Martina, Karina, Nicole, Richard (hinten, v. li.) und Malte, Claudia und Elena (vorne, v. li.) aus Hamburg, Bremen, Hannover und Stuttgart hatten trotz des schlechten Wetters großen Spaß bei der Silvesterparty.
Feierten in Westerland: Martina, Karina, Nicole, Richard (hinten, v. li.) und Malte, Claudia und Elena (vorne, v. li.) aus Hamburg, Bremen, Hannover und Stuttgart hatten trotz des schlechten Wetters großen Spaß bei der Silvesterparty.

Das neue Jahr begann auf Sylt mit einem Brand und kleineren Polizeieinsätzen – aber vor allem mit vielen glücklichen Party-Besuchern.

shz.de von
01. Januar 2018, 17:33 Uhr

Was für ein gelungener Start ins neue Jahr: Auf der ganzen Insel feierten Sylter und Gäste den Jahreswechsel friedlich und ausgelassen miteinander. Auf der Westerländer Strandpromenade hätten sich 8000 Menschen eingefunden, sagt Jörg Elias, Veranstaltungsleiter des Insel Sylt Tourismus-Service (ISTS) – und damit etwa 2000 weniger als im vergangenen Jahr.

Doch das tat der Stimmung keinen Abbruch: „Es war eine wirklich tolle Party, bei der alles stimmte – bis auf das Wetter“, so Elias. Denn pünktlich zum neuen Jahr fing es auf der ganzen Insel an zu regnen und der Wind wurde stärker. „Den meisten Gästen auf der Promenade aber hat das aber zum Glück nichts ausgemacht und sie haben ausgehalten“, sagt der Veranstaltungsleiter. Bis halb drei in der früh sorgte DJ Harry Kohrt, der zum zweiten Mal den Jahreswechsel auf Sylt musikalisch begleiten durfte, für Hits in der Musikmuschel, vor der die Gäste ausgelassen tanzten.

Besondere Vorfälle habe es auf der Party nicht gegeben, erklärt Elias. „Hier und da musste zwar mal der Krankenwagen kommen, aber das waren nur Kleinigkeiten und nichts, wo man sich größere Sorgen machen müsste“.


Gute Stimmung auch in Wenningstedt

Auch auf der Promenade iin Wenningstedt war einiges los: Etwa 3000 Menschen bestaunten die Lasershow, die der Tourismus-Service der Gemeinde wiederholt organisiert hatte. Auch im Warmen wurde gefeiert: Im Kursaal³ begleitete die Band Second Take die Feiernden mit allerfeinster Partymusik ins neue Jahr. „Zu Spitzenzeiten haben wir sogar überlegt, ob wir keine Leite mehr reinlassen sollen, weil es so gut gefüllt war“, betont Henning Sieverts, Tourismus-Direktor von Wenningstedt-Braderup. Aber nicht nur im Saal, auch vor der Tür war die Stimmung gut. „Die Menschen haben im Regen getanzt und waren ausgelassen, aber friedlich“, so Sieverts.


Nächtlicher Einsatz für die Feuerwehr

Für die Blaumänner zweier Wehren war die Nacht nicht nur aus Partygründen kurz: Am frühen Neujahrsmorgen gegen fünf Uhr brannte im Ortsteil Munkmarsch ein Schuppen ab. Etwa 30 Kameraden der Keitumer und der Tinnumer Feuerwehr waren schnell vor Ort, um den Brand zu löschen. „Der Schuppen stand zwei oder drei Meter von einem Einfamilienhaus entfernt“, berichtet Stephan Ströh, stellvertretender Wehrführer von Keitum. „Die Flammen schlugen gegen das Hartdach, daher hatten wir ein bisschen Zeitdruck, konnten das Feuer aber innerhalb von 30 Minuten löschen.“ Wie es zu dem Brand kam, konnte er nicht sagen, ein größerer Schaden sei nach Angabe der Polizei aber nicht entstanden.


Mit dem Smart in den Graben

Für die Sylter Polizei gab es in der Silvesternacht nur wenige Einsätze, darunter eine Alkoholfahrt: Ein 35-jähriger Urlauber fuhr gegen 22.55 Uhr mit seinem Smart in Tinnum in den Straßengraben. Er blieb dabei unverletzt, entfernte sich jedoch unerlaubt von der Unfallstelle, wie ein Sprecher der Polizei sagt. Später meldete er sich jedoch bei der Polizeiwache. „Eine Überprüfung ergab, dass der Mann deutlich alkoholisiert, mit über 1,2 Promille, gefahren ist. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen“, so der Beamte.

Ein hoher Schaden entstand an einem Haus Strandstraße Ecke Andreas-Dirks-Straße in Westerland. „Ein Kasten, aus dem Gäste über einen Pin-Code die Schlüssel zu ihrem Appartement holen können, wurde durch einen Sprengsatz beschädigt“, berichtet ein Sylter Polizist.

Der Sachschaden liege bei 8000 Euro, eine hohe Summe, weshalb auch die Sprengstoffermittler des Landeskriminalamtes (LKA) hinzugezogen wurden. „Ab einer Schadenshöhe von 1500 Euro spricht man davon, dass ‚Sachen von einem bedeutenden Wert‘ gefährdet wurden“, so der Beamte. „Diese Straftat, ‚Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion‘ ist ein recht hoch angesiedeltes Delikt, das mit einer Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr geahndet wird.“

Ein oder mehrere Verdächtige konnten bisher nicht ermittelt werden, daher bittet die Sylter Polizei Zeugen, die gegen 23.40 Uhr an der betroffenen Ecke etwas bemerkt haben, sich unter der Rufnummer 04651-70470 zu melden.


Neujahrsbaden fiel aus

Schlechte Nachrichten gab es für die Teilnehmer und Zuschauer des beliebten Neujahrsbadens am Strand in Wenningstedt. Bereits vormittags entschieden sich die Veranstalter dazu, das Event abzusagen. Wie Henning Sieverts vom Tourismus-Service Wenningstedt-Braderup mitteilte, wären Wind und Strömung zu stark gewesen, um das Event gefahrlos stattfinden zu lassen. Der Deutsche Wetterdienst hatte zudem am Neujahrstag für die Insel eine Unwetterwarnung herausgegeben: Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 65 und 85 Stundenkilometern konnten tagsüber auftreten.
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