Veranstaltungssommer auf Sylt : Freude und Frust

Mindestens 4300 Menschen kamen zu dem Konzert auf dem Flughafengelände.
Mindestens 4300 Menschen kamen zu dem Konzert von Felix Jaehn auf dem Flughafengelände.

Nach Aussage des Insel Sylt Tourismus-Service waren die Veranstaltungen trotz großem Aufwand ein uneingeschränkter Erfolg.

shz.de von
10. August 2018, 05:00 Uhr

Über 10 000 Menschen bei Revolverheld und Felix Jaehn am Flughafen, nochmal 10 000 Jazz Fans bei Till Brönner in Kampen, 5000 Zuschauer bei der NDR Sommertour in Hörnum und rund 4000 Besucher bei Anastacia und Max Giesinger in List. Von Mitte Juli bis Anfang August jagte auf Sylt eine Großveranstaltung die nächste und stellte Veranstalter und Gemeinden vor logistische Herausforderungen.

Aus Sicht des Insel Sylt Tourismus Service (ISTS) waren die Open-Air-Veranstaltungen am Flughafen ein uneingeschränkter Erfolg, auch wenn der Aufwand im Vorfeld erheblich war: „Das war eine ganz andere Liga als die Veranstaltungen, die wir sonst organisieren. Den Arbeitsaufwand hätten wir alleine nicht geschafft,“ betonte Jörg Elias, Veranstaltungsleiter des ISTS. Nur durch die Zusammenarbeit mit Peter Kötting sei das Mammutvorhaben umsetzbar gewesen. Die viele Arbeit habe sich aber auf jeden Fall gelohnt, alleine die Reaktionen der Zuschauer seien es wert gewesen: „Wildfremde Menschen haben sich bei mir für die Konzerte bedankt, ich habe nur zufriedene Gesichter gesehen,“ führt Elias aus. Für die kommenden Jahre wollte man weiter gemeinsam zwei Konzerte im Jahr am Flughafen durchführen und es werde sich bereits auf die Suche nach den passenden Künstlern gemacht.

Sorge, dass die Veranstaltungsdichte auf Dauer Probleme bereiten könnte hat Peter Kötting nicht: „Die Veranstaltungen bereichern sich gegenseitig, eine große Auswahl ist gut für die Gäste.“ Mit der Zeit werde sich über die Verkaufszahlen entscheiden, welche Konzerte auch in Zukunft durchgeführt werden und welche nur einmalig stattfinden. Die Verkaufszahlen seiner Veranstaltungen stimmen ihn in diesem Jahr zufrieden, mit 6000 Besuchern war das Konzert von Revolverheld ausverkauft und mit 4300 verkauften Tickets sei Felix Jaehn dem späten Vorverkaufsstart gerecht geworden.

Beim Tourismusservice Kampen ist man mit den Besucherzahlen und dem Ablauf der eigenen Veranstaltungen zwar zufrieden, sieht die hohe Dichte der großen Konzerte jedoch mit kritischem Blick. Besonders das normale Sommerprogramm und kleinere Veranstaltungen wie der Kampener Kultursommer würden darunter leiden, glaubt Dinah Boysen vom Tourismusservice: „Wenn so übermäßig viel gleichzeitig angeboten wird, dann wissen die Gäste nicht mehr, wo sie hingehen sollen.“ Insular sei eine bessere Absprache untereinander notwendig, um die Situation zu entschärfen und gleichzeitige oder zu nah aufeinander folgende Events zu vermeiden.

Joachim Wussow, Geschäftsführer des Meerkabaretts und Veranstalter der Open-Air-Konzerte in List, sieht das ähnlich: „Wenn man darauf achtet, dass es keine Überschneidungen in der Zielgruppe gibt, dann ist das ganz unproblematisch.“ Die größte Belastung sieht er für Polizei und die Helfer von Feuerwehr und Rotem Kreuz und nicht für die unterschiedlichen Veranstalter. Seine Veranstaltungen im Meerkabarett hätten in diesem Jahr eine höhere Auslastung als noch im letzten Jahr. Bei den Konzerten von Max Giesinger und Anastacia hätten die Verkaufszahlen höher sein können: „Wahrscheinlich war die Lage problematisch, die Gäste hatten keine Lust, nach List zu fahren.“

Leider sei seine Anfrage, die Veranstaltungen ebenfalls am Flughafen durchzuführen, abgelehnt worden: „Damit hätten wir und der ISTS schon mit der Bühne viel Geld gespart.“ Für Peter Douven, Geschäftsführer des Flughafens und des ISTS, würde die Ersparnis nur dann zutreffen, wenn die Konzerte unmittelbar aufeinander folgen würden. „Die Bühne einige Tage ungenutzt stehen zu lassen, bedeutet keine Ersparnis“. Im Übrigen wundert sich Peter Douven, „dass Herr Wussow seine Anfrage erst stellte, als unsere Open Airs bereits angekündigt waren. Aber unabhängig davon, war allen klar, dass es in diesem Jahr und auch zukünftig nur zwei Großveranstaltungen auf dem Flughafen-Gelände geben sollte. Mehr ist für den Betrieb kaum zu verkraften“. Dazu welche Pläne Joachim Wussow für das kommende Jahr hegt, wollte er noch keine Prognose abgeben. Dazu müsse erst die komplette Meerkabarett-Saison in Rantum und Keitum abgewickelt sein.

Aus Sicht der Ordnungsbehörden sind die vergangenen Wochen wie erwünscht verlaufen. Der Bürgermeister der Gemeinde Sylt, Nikolas Häckel, macht dafür vor allem die intensiven Abstimmungsgespräche zwischen Veranstaltern und den beteiligten Behörden sowie mit dem DRK und der Feuerwehr verantwortlich. Das übergeordnete Ziel der Sicherheit für die Besucher und Veranstalter sei in allen Fällen erreicht worden. Eine umfassende Auswertung der Erkenntnisse folge in den nächsten Wochen, damit die Ergebnisse in die künftige Planung einfließen könnten.

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