Fremde Blicke und gute Ideen

shz.de von
13. Juni 2014, 15:59 Uhr

Das mit der Selbst- und Fremdwahrnehmung ist ja so eine Sache. Man selbst glaubt eben gern, alles richtig gemacht, gesehen und eingeschätzt zu haben, während um einen herum das Kopfschütteln so massiv einsetzt, dass heftige Winde ausgelöst werden. Macht nix, sagen sich Ignoranten – oder starke Persönlichkeiten. Denn nicht immer müssen die Kopfschüttler im Recht sein.

Auf Sylt fragt man sich gerade, ob der zurzeit einzige Bürgermeister-Kandidat Lars Schmidt und seine Mitstreiterin Katinka Gosselaar starke oder gestörte Persönlichkeiten sind. Bescheinigen kann man ihnen auf jeden Fall Durchhaltequalitäten – und eine sehr eigene Sicht auf die Dinge. Die mag bei den beiden Hochgefühle auslösen. Für die Insel wird das Possentheater des Duos langsam zur Belastung in Sachen Image und Zurechnungsfähigkeit. Von außen betrachtet, könnte man glauben, das hiesige Reizklima sei Schuld an den Irrungen und Wirrungen.

Da wirkt es dann doch tröstlich, dass Sylt immer noch wegen seiner tatsächlichen Reize in den medialen Fokus gerät. Schwärmerische Berichte über das Eiland und sein Lifestyle bestimmen weiterhin stärker die Medien als die von den Ereignissen und Entwicklungen, die kritisch gesehen werden. Nach Sylt möchten deshalb sehr viele. Doch es wird ihnen schwer gemacht, sich diesen Wunsch zu erfüllen. Die jetzt für die Zukunft beschlossenen Ferientage in den Sommermonaten sind da ebenso wenig förderlich wie die Dauerbaustellen auf der A7. Appelle an die Landes- und Bundespolitik scheinen wenig zu helfen. Die dortigen Akteure gefallen sich gerade darin, bei den Verhandlungen über die Dauer der Sommerferientage doch ganz toll agiert zu haben. Da sind wir wieder beim der Selbst- und Fremdwahrnehmung. . .Bleibt uns nur, eigene Ideen zu entwickeln. Mal sehen, wer sich angesprochen fühlt und mit guten, umsetzbaren und vor allem konsensfähigen Vorschlägen kommt?

Äh, nein, Herr Schmidt, Sie sind nicht aufgefordert, sich an diesem Wettbewerb um echt gute Ideen zu bewerben!

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert