Freilaufende Hunde: Ab hinter den Zaun!

Auf sie mit Gebell: Die Hunde nutzen die Fläche zum Toben. Foto: Bde
Auf sie mit Gebell: Die Hunde nutzen die Fläche zum Toben. Foto: Bde

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17. März 2011, 07:25 Uhr

Tinnum | Der junge Retriever Sammy schaut genauso sehnsüchtig wie sein Frauchen Martina dem wilden Treiben jenseits des Zaunes zu. Neun Hunde verschiedener Rassen und unterschiedlichen Alters toben hier auf der knapp drei Hektar großen, eingezäunten Wiese. Eine Hündin hat sich den Ball eines Spielkameraden geklaut und rennt damit provozierend am "Rudel" vorbei. Zwei Sekunden später beginnt das Spiel "Ihr kriegt mich nicht."

Die Hundehalter beobachten das Treiben und freuen sich, dass ihre Vierbeiner herumtollen und dabei nicht versehentlich vor ein Auto laufen können. Außerdem nutzt man die Gelegenheit, um sich auszutauschen: Futter, Erziehungsfragen, Tierarzt... alles was Frauchen und Herrchen eben beschäftigt. Sammy fängt an zu bellen, er will mitspielen. "Kommen Sie doch rein", ruft jemand Martina zu und diese lässt sich nicht lange bitten.

Was sie nicht wusste: Jeder Hund darf in diesem eingezäunten Bereich gleich hinter der Kreuzung in Richtung Flughafen herumtoben - vorausgesetzt, er kommt mit seinen Artgenossen klar.

In den nächsten Monaten wird diese Spielwiese besonders häufig genutzt, denn die Brut- und Setzzeit hat begonnen (Mitte März bis Mitte Juli) und somit besteht auf der angrenzenden, nicht eingezäunten Heidefläche absolute Anleinpflicht.

Der Naturschutzbeauftragte Norbert Grimm erklärt: "Wir hoffen, dass sich alle dran halten. Eigentlich gilt hier nämlich sogar ganzjährig das so genannte Wegegebot. Das heißt, wenn der Hund nicht nahe seines Herrchens auf dem Weg bleibt, muss er an die Leine." Hunde-Trainerin Corina Orth schaut im Auftrag des Landschaftszweckverbands regelmäßig nach dem Rechten und steht als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Im eingezäunten Bereich dagegen muss man sich keine Sorgen um Wildtiere, Heidefläche oder Fluchtversuche machen, hier darf getobt werden, was das Zeug hält - ein Paradies für Brösel, Maya, Amy...

Jens Rathge kommt mit dem jungen Rüden "Tigger" beinahe jeden Tag und kümmert sich um diverse Dinge, deren finanzielle Zuständigkeit schwer zu klären ist: Nach Rücksprache mit dem Amt Landschaft Sylt hat er die Pforten repariert, eine kleine Tränke gebaut und sogar Wasserkanister verteilt, demnächst will er eine weitere Pforte einbauen und eventuell auch den Zaun in der Kurve Richtung Kreuzung erhöhen. Momentan jedoch wirft er unermüdlich einen Ball und brüllt: "Tigger lauuuf!" "Eigentlich fehlt hier nur noch eine Bank", witzelt jemand. Rathge hält kurz inne: "Geht los! Ich hab schon eine stehen, muss nur noch gestrichen werden…" Weitere eingezäunte Auslaufplätze: Am Wäldchen der Nordseeklinik und im Süden Westerlands (Halemdüür).

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