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Frauen fühlen sich nachts im Zug nicht sicher

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Eine endgültige Entscheidung, ob das Land bei der Ausschreibung der Bahnstrecke Westerland–Sylt ab 2016 Videoüberwachung zur Bedingung macht, ist noch nicht gefallen . Trotzdem ist das Thema in Kiel bereits zu einem Politikum geworden. Die Piraten sprechen von einer Illusion von Sicherheit, die dazu missbraucht werde, Tausende rechtschaffende Menschen jeden Tag zu überwachen. Die CDU hingegen sieht die Vorteile: Die Verbesserung des Sicherheitsgefühls der Fahrgäste und die abschreckenden Wirkung für mögliche Straftäter (wir berichteten).

Ähnlich gespalten sind die Meinungen unter den Sylter Pendlern und Reisenden. In einer nicht repräsentativen Umfrage auf dem Westerländer Bahnhof gab rund die Hälfte der Befragten an, sie würden eine Videoüberwachung auf der Strecke Westerland–Hamburg befürworten. Dabei handelte es sich überwiegend um Frauen. „Wenn ich abends nach der Arbeit im Dunkeln mit dem Zug nach Hause fahre, fühle ich mich oft nicht besonders wohl“, so eine 21-Jährige. Wenn sie wüsste, dass eine Kamera das Geschehen aufzeichnet, würde sie sich sicherer fühlen. Auch Kristin Lorn hält den Sicherheitsaspekt für wichtig. „Man hört doch oft genug, dass junge Mädchen im Zug belästigt werden. Da wäre eine Videoaufzeichnung nicht verkehrt.“ Allerdings hat die Pendlerin noch die erlebt, dass in der Nord-Ostsee-Bahn etwas passiert ist.

Das ist auch genau der Punkt, den die Gegner der Videoüberwachung immer wieder aufführen: „In einer Großstadt wie Hamburg macht das ja sicherlich Sinn“, erklärt das Ehepaar Wahnes. „Aber die Strecke nach Sylt ist doch sicher und wir wollen auf dem Weg nach Hause nicht beobachtet werden – auch wenn wir nichts zu verbergen haben.“ So sieht das auch André Dyhr. „Das würde meine Privatsphäre stören, wenn ich jetzt auch noch im Zug beobachtet werden würde. Schließlich stehen die Kameras sowieso schon überall – auch hier auf dem Bahnhof.“ Gerade durch die Diskussion um die NSA sei er auf das Thema Überwachungsstaat aufmerksam geworden. „Und hier gibt es wirklich keinen Grund dafür.“

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erstellt am 17.Jan.2014 | 00:34 Uhr

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