zur Navigation springen

Sylts Inselmaler : Fotografie und Malerei subtil verbunden

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Inselmaler 2015: Sahin Celtiken sammelt momentan auf Sylt Eindrücke der winterlichen Insel. Im September zeigt er hier seine Werke in einer Ausstellung.

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2015 | 05:21 Uhr

Sein Grundschullehrer titulierte ihn einst als „Künstler“, so treffend und detailgetreu vermochte er bereits im Kindesalter zu malen. Das war noch in Ostanatolien und ist relativ lange her. Nur folgerichtig wechselte der Schüler in Diyarbakir, einer unweit der syrischen Grenze gelegenen türkischen Provinzstadt, auf ein Kunstgymnasium. Dem sich, ebenso folgerichtig, von 2008 bis 2012 ein Studium an der Marmara-Universität in Istanbul mit dem Schwerpunkt Malerei, Zeichnung, Fotografie und Grafik anschloss.

Von Sahin Celikten wird hier erzählt, 27 Jahre jung und derzeit erstmals auf Sylt. Am Freitagabend stellte sich der Sohn kurdischer Eltern dem Vorstand der Sylter Kunstfreunde vor, der ihn in der Wohnung von Petra Nies als den neuen Sylter Inselmaler des Jahres 2015 willkommen hieß. Diese Tradition erfährt nämlich auch in diesem Jahr ihre Fortsetzung, wobei die getroffene Wahl mehr als vielversprechend erscheint.

Kennengelernt hatte die Vorsitzende der Kunstfreunde Celikten auf der ArtNord in Büdelsdorf, auf der er mit bereits zehn Arbeiten vertreten war, wovon er sogar einige verkaufte. Damals zeigte sich auch Petra Nies auf Anhieb von seinem Können beeindruckt. Der neue Inselmaler setzt momentan zwar an der Gießener Justus-Liebig-Universität seine Studien fort, um sie mit dem Masterabschluss sowie der Promotion zu krönen. Seine Aktivitäten allerdings haben den engen universitären Rahmen längst überschritten. „Der kann etwas,“ so Nies mit Bestimmtheit und verweist dabei auf etliche Dokumentationen von Ausstellungen, die dem Künstler bereits zahlreiche Plattformen zur Präsentation seiner Werke boten.

Ähnlich die Einschätzung der ihn fördernden „Galerie am Dom“ in Frankfurt/Main sowie seines Gießener Professors Claus-Peter Buschkühle. Sein Student habe eine „eigene Weise, Bilder zu produzieren: Fotografie und Ölmalerei auf einem zeitgemäßen Bildträger, Aluminium.“ Das sei keineswegs einfach, denn: „Wie kriegt man Fotografie und Malerei zusammen?“ fragt Buschkühle und verweist darauf, dass Celikten dafür „einen ziemlich subtilen Weg gefunden habe.“

Davon war am Freitagabend in der geselligen Runde ebenso die Rede wie - man kam gar nicht umhin - von den aktuellen Geschehnissen im Nahen Osten sowie der Diskusssion über Flüchtlinge und Migration hierzulande. Sahin Celikten lässt das alles keineswegs unberührt. Er ließ sich in Gießen von den Behörden in die Pflicht nehmen und bietet im dortigen für das gesamte Deutschland zuständigen Erstaufnahmelager für Flüchtlinge Hilfe an. Auf die ihm gemäße Art, nämlich als Künstler und durch künstlerisches Arbeiten. Ein Einsatz, der geradezu eine therapeutische Wirkung bei den in jeder Beziehung verletzten und verstörten Menschen aus den Elendsgebieten entfaltet. Auf Sylt sammelte er mit Hilfe von Petra Nies erste Eindrücke von winterlicher Stille und Einsamkeit – fernab seines alltäglichen Engagements. Versehen mit seiner Kamera machten sie sich an Tagen mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen auf insulare Entdeckungstour. Im Frühjahr und Sommer wird Celikten zurückkehren, um im September schließlich seine hier gewonnenen Eindrücke im Rahmen einer großen Einzelausstellung zu dokumentieren. Darauf darf sich die Insel mit Sicherheit freuen und gespannt sein.




zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen