Flughafen Sylt : Fluggastabgabe ist wieder vom Tisch

Die vor einem Jahr von der Gemeinde Sylt beschlossene Fluggastabgabe ist wieder einkassiert worden. Flughafenchef Peter Douven präsentierte der Politik ein Konzept, bei dem das Defizit um mehr als eine viertel Million Euro verringert wird.

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21. März 2014, 11:59 Uhr

Über ein Jahr, nachdem die Gemeindevertretung sie beschlossen hatte, ist die umstrittene Sonderabgabe für Flugpassagiere von und nach Sylt in Höhe von fünf Euro pro Flug endgültig wieder vom Tisch. Mit der Aufhebung des Beschlusses vom 14. Februar vergangenen Jahres reagierte die Gemeindevertretung auf die von Flughafengeschäftsführer Peter Douven vorgelegte Minimierung des Defizits, zu dem auch eine höhere Beteiligung anderer Inselgemeinden gehört.

Unterm Strich präsentierte Douven zusätzliche Erlöse in Höhe von jährlich 262 400 Euro, die bereits in diesem Jahr zu einer deutlichen Reduzierung des überwiegend von der Gemeinde Sylt zu tragenden Defizits führen. Neben zusätzlichen Mieterlösen und Werbeeinnahmen (121 000 Euro) gehören dazu knapp 95 000 Euro von den Gemeinden List, Hörnum und Wenningstedt sowie 47 000 Euro aus einer Kooperation mit dem Verein Sylter Unternehmer. Wie hoch der Unterschuss in diesem Jahr ausfallen wird, hängt vor allem von der Entwicklung der Passagierzahlen ab. Douvens Prognose liegt bei rund 380 000 Euro. Seiner Rechnung nach würde 30 000 Passagiere mehr (gegenüber 165 000 in 2013) ausreichen, damit der Insel-Flughafen kostendeckend ist. Ohne die Kosten für hoheitlichen Aufgaben wie Flugsicherung, Feuerwehr und ähnliches, die andere Regionalflughäfen nicht selbst tragen müssen, würde sogar einen Überschuss im hohen sechsstelligen Bereich erwirtschaften.

Während SPD-Fraktionschef Gerd Nielsen den Grünen dafür dankte, dass sie vor einem Jahr die Fluggastabgabe auf den Weg gebracht und damit zur Verbesserung des Ergebnisses beigetragen haben, monierte Kay Abeling (CDU): „Darauf sollten sich die Grünen besser nichts einbilden. Der Beschluss von damals hat vor allem zu großer Verunsicherung bei den Mitarbeitern und Fluggesellschaften geführt und dem Flughafen Verluste beschert.“ Als Ziel für die kommenden Jahre wurde von der Politik ein Defizit von maximal 250 000 Euro pro Jahr ausgegeben.

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