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Urteil in Schleswig : Flieger sind nicht zu laut

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Rückschlag für die Sylter Fluglärmgegner: Das Oberlandesgericht Schleswig hat gestern zwei Klagen gegen den Flughafen abgeschmettert.

Rückschlag für die Sylter Fluglärmgegner: Das Oberlandesgericht Schleswig hat gestern zwei Klagen gegen den Flughafen abgeschmettert. In den Berufungsverfahren wehrten sich zwei Bewohner aus Keitum und Wenningstedt gegen den Fluglärm auf der Insel. Mit den Zivilverfahren wollten sie erreichen, dass der maximal zulässige Dauerschallpegel von 60 Dezibel reduziert wird. Der Schleswiger Senat bestätigte gestern damit zwei Urteile des Flensburger Landgerichts vom September 2015. Die von den Klägern eingeforderte Lärmgrenze von 55 Dezibel würde bereits eingehalten, begründete Richter Martin Probst die Entscheidung des dreiköpfigen OLG-Senats.

Doch der Streit zwischen Fluglärmgegnern und dem Airport währt schon länger. 2005 zog die Marinefliegerlehrgruppe vom militärischen Teil des Flughafens ab, 2006 begann der Aufschwung der zivilen Nutzung mit einer Sanierung der Landebahn. Gleichzeitig formierten sich die Fluglärmgegner – 45 Kläger reichten 2008 Klagen gegen den Flughafen beim Landgericht Flensburg ein.

In den 1990er Jahren sei es versäumt worden, Lärmschutzbereiche festzulegen, erläutert Frauke Holmer, Pressesprecherin am Oberlandesgericht. Das habe dann das Oberverwaltungsgericht Schleswig im Juli 2014 nachgeholt. Der zulässige Dauerlärmpegel sei nach ausführlichen Lärmgutachten auf 60 dB (A) festgelegt worden. Doch auch nach acht Jahren sind immer noch nicht alle Klagen vom Tisch. Ein Senat entscheidet am 24. Mai, ein anderer am 27. Juli und bei einem dritten Richtergremium ist noch nicht mal der Termin angesetzt.

Flugplatz-Chef Peter Douven ärgert sich denn auch vor allem über viel Zeit und Geld, das das Verfahren und unzählige Gutachten verschlingen. „Aber sowas müssen fast alle Flughäfen ertragen.“ Das abschlägige Urteil habe er erwartet: „Wir erfüllen alle Lärmvorschriften.“ Zudem würden die Flugzeuge von Jahr zu Jahr leiser – so laute Flugzeuge wie die alten HLX-Boeings kämen heute nicht mehr nach Sylt.

Flugverkehr über Sylt – für den Dehoga-Vorsitzenden Claas-Erik Johannsen ein zweischneidiges Schwert. Als Gastronom schätzt er „den Riesenvorteil, dass wir die direkten Linienverbindungen haben.“ Doch als Besitzer des Hotels Benen-Diken-Hof in der Einflugschneise habe er gelernt, mit dem Fluglärm zu leben. „Die kleinen Dinger“ könnten den Flugplatz aber quer anfliegen und müssten nicht übers Dorf fliegen. „Und als Unternehmer ärgert mich, dass mit meinen Steuern der defizitäre Flugplatz subventioniert wird.“

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