Hunde auf Sylt : Flaschen-Sammler auf vier Pfoten: Paula und Lena lieben Plastik

Außer Plastikflaschen tragen Paula (rechts) und Lena auch alte Joghurtbecher und Milchtüten nach Hause
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Außer Plastikflaschen tragen Paula (rechts) und Lena auch alte Joghurtbecher und Milchtüten nach Hause

Zwei Sylter Hunde sammeln am Strand alte Plastikflaschen und Joghurtbecher – ganz ohne Training.

shz.de von
25. März 2017, 05:31 Uhr

Sylt | Während einige Hunde beim täglichen Spaziergang höchstens ein Stöckchen apportieren, haben Paula und Lena auf jeder Tour eine Mission: Die beiden Labradoodle sammeln alte Flaschen, Milchtüten und sogar Joghurtbecher. Sobald eine von ihnen ein entsprechendes Teil erspäht, laufen sie los und bringen es ihrem Frauchen.

„Alles, was aus Plastik ist, gehört denen“, sagt Marion Kleemann und lacht. Zweimal täglich läuft die 65-Jährige auf Sylt mit ihren Hunden. Egal, was ihnen unterwegs begegnet, solange es aus Plastik ist, würde es mitgenommen. Extra beibringen,musste sie ihnen nichts – für die Tiere ist es ein Spiel, sagt sie. Auch ein Kommando sei nicht nötig: „Für sie sind die Funde ein Spielzeug“, sagt die Sylterin. Mitunter würden sie sich aber auch überschätzen. Zuletzt habe die eine Hündin einen mit Wasser gefüllten Kanister angeschleppt, „den sie überhaupt nicht tragen konnte“, sagt die Tinnumerin. „Das ist herzerweichend.“

Einen praktischen Henkel wie dieser Joghurtbecher in Kampen haben leider nicht alle Plastikteile, die die Hunde am Strand finden.
privat
Einen praktischen Henkel wie dieser Joghurtbecher in Kampen haben leider nicht alle Plastikteile, die die Hunde am Strand finden.
 

Entstanden sei das „Plastik-Spiel“ vor rund acht Jahren, als der dunklere der beiden Hunde noch klein war. Am Strand habe es nicht immer passende Äste oder Treibholz gegeben, das sie den Tieren habe werfen können, erzählt Kleemann. „Da hab ich einfach Plastikflaschen mit Wasser gefüllt und die geworfen“, sagt die ehemalige Berlinerin. Irgendwann hätten die Hunde dann von alleine angefangen, alles was aus Plastik ist, mitzunehmen und nach Hause zu tragen. Dort entsorgt Kleemann es dann in der gelben Tonne. Auf ihren zahlreichen Gängen ist inzwischen einiges zusammengekommen: 296 Kunststoff–Stücke hätten Lena und Paula allein im vergangenen Jahr gesammelt, sagt die Hundebesitzerin. Flaschen seien am häufigsten dabei. Aber auch Dinge, die von Schiffen stammen und über Bord gehen, seien darunter.

In Konflikt kämen die vierbeinigen Sammler nur dann, wenn sie bereits eine Flasche in der Schnauze tragen und sie unterwegs ein weiteres Stück finden: Denn zwei Fundstücke passen nicht zwischen ihre Zähne.

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