Aus der Gemeinde Hörnum auf Sylt : Finanz-Streitigkeiten und Suche nach neuem Tourismusdirektor

Wer in Hörnum Tourismusdirektor wird, soll sich demnächst entscheiden.
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Wer in Hörnum Tourismusdirektor wird, soll sich demnächst entscheiden.

Haushalt und Schuldenstand werden im Inselsüden unterschiedlich bewertet. Kandidaten für den Job als Tourismusdirektor stellen sich vor

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30. Januar 2015, 06:00 Uhr

Die Suche nach einem neuen Tourismusdirektor für Hörnum schreitet voran. Zehn Bewerber stellen sich Mitte Februar im Inselsüden vor, Mitte März soll der Wunschkandidat feststehen, sagte Bürgermeister Rolf Speth. Die Stellenausschreibung war nötig geworden, nachdem der Vertrag mit der bisherigen Tourismusdirektorin Christin Scholz zu Ende Oktober vergangenen Jahres einvernehmlich aufgelöst worden war. Scholz hatte die Stelle erst 2013 übernommen.

Vieles, auch die Haushaltsberatungen, sorgt in der Gemeinde Hörnum für schlechte Stimmung zwischen der Allgemeinen Wählergemeinschaft Hörnum (AWGH) um Bürgermeister Rolf Speth und der Opposition in der Gemeindevertretung, der Hörnumer CDU.

Zunächst zu den Fakten: Für den Haushaltsplan 2015 kann die Gemeinde mit Einnahmen von fast zwei Millionen rechnen – über eine halbe Million muss sie dabei als Abgaben an Kreis und Co. wieder abgeben. Da dieses Jahr unter anderem Kredite für den Dauerwohnungsbau bedient werden müssen, muss die Gemeinde Hörnum knapp 170  000 Euro aus ihrer Rücklage entnehmen. Diese Tatsache wird von den politischen Fraktionen unterschiedlich bewertet: Während Ingo Dehn (CDU) kritisch auf eine steigende Verschuldung des Inselsüdens hinweist, betont Bürgermeister Rolf Speth (AWGH): „Die Schulden, die wir für den Wohnungsbau aufgenommen haben, sind gut angelegtes Geld.“ Dehn äußerte darauf hin seine Befürchtungen, die Gemeinde Hörnum könne auch in den kommenden Jahren ihre Rücklage immer weiter aufbrauchen.

Weil in den Haushaltsplänen für 2015 keine Summen für den Fall eingeplant worden sind, dass die Gemeinde Hörnum wie geplant Wohnungsbau an der Rantumer Straße betreibt (B-Plan 22), hat der Finanzausschuss dem Haushaltsentwurf nicht zugestimmt. „In der Finanzausschusssitzung am 19. Januar 2015 wurde darauf hingewiesen, dass im Vermögenshaushalt nicht nur die Zahlung an den LZV für den Lärmschutzwall für die Gebäude ‚Am Renning‘ bereitgestellt werden müsste, sondern auch 240  000 Euro für den Erwerb eines Teils der ehemaligen Inselbahntrasse im B-Plan 22“, heißt es in der Vorlage als Begründung.

In der jüngsten Gemeindevertretersitzung, in der die AWGH die Mehrheit hat, wurde der Entwurf dann aber angenommen. Als größere Investitionen für dieses Jahr sind unter anderem 36  000 Euro für die Einführung des Digitalfunks bei der Feuerwehr eingeplant und 15  000 Euro für die Erneuerung der Spielgeräte auf dem Spielplatz am Berliner Ring in den Haushalt eingeplant.

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