Nordfriesischer Verein : Film, Camp und Open-Air

Mit Zukunftsplänen beschäftigt: Vorsitzender Hans Otto Meier, Geschäftsführer Wolf-Rüdiger Konitzki und Maren Petersen. Foto: stb
Mit Zukunftsplänen beschäftigt: Vorsitzender Hans Otto Meier, Geschäftsführer Wolf-Rüdiger Konitzki und Maren Petersen. Foto: stb

Nichts für Stubenhocker: Ein Filmprojekt für Jugendliche, ein Open-Air-Spektakel am Bottschlotter See und die erstmalige Verleihung eines Kunstpreises - der Nordfriesische Verein hat sich einiges vorgenommen.

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04. Februar 2009, 11:28 Uhr

Klockries | "Wir machen keine Stubenhocker-Seminare", sagt Wolf-Rüdiger Konitzki, Geschäftsführer des Nordfriesischen Vereins - Vorsitzender Hans Otto Meier nickt zustimmend. Die Jugendarbeit mit Pflege des friesischen Brauchtums und der friesischen Sprache bildet einen Schwerpunkt in der Arbeit des Dachverbandes. Ihm sind in 26 Orts-, Bürger- und Heimatvereinen sowie Gruppen rund 5000 Mitglieder angeschlossen. Das Programm für 2009 ist größtenteils in trockenen Tüchern und bietet für alle interessierten Acht- bis Zwölfjährigen Spannendes.

Den Anfang macht das "Biikebrennen"-Seminar in der Niebüller Jugendherberge (20. bis 22. Februar) mit Besuchen in der Dokumentationswelt "Blanker Hans" in Büsum und beim Biike-Feuer in Deezbüll. Neu ist eine im Mai/Juni stattfindende Kinderfreizeit der "Sölring Foriining" auf Sylt. Im Kindermusical "Traumland", gemeinsam initiiert mit dem Jugendverband des Bundes Deutscher Nordschleswiger (3. bis 9. August im Jugendhof Knivsberg/Dänemark) werden die Teilnehmer sich den Themen-Schwerpunkten "Erste Liebe" und "Gefahren von Drogen" widmen.
Film: Schauriges auf Friesisch

Ein "Highlight" stellt das geplante Filmprojekt dar. "Kinder und Jugendliche werden eine historisch überlieferte, schaurige Geschichte in Szene setzen", berichtet Hans Otto Meier. Genauer gesagt: "Die letzte Hinrichtung in der Bökingharde." Gedreht werden soll mit "Bordmitteln", dass heißt ohne großen Kostenaufwand. Filmsprache ist Friesisch, später ist der fertige Streifen Hochdeutsch untertitelt.

Alle Angebote haben eines gemeinsam: Durch sie sollen nicht nur Kinder und Jugendliche aus den Ortsvereinen "bei der Stange gehalten", sondern auch neue Mitglieder geworben werden, die letztlich zum Erhalt der friesischen Sprache beitragen. Aus diesem Grund werden die Wochenend-Seminare über den Friesenrat aus Bundesmitteln gefördert. "Kinder und Jugendliche sollen die friesische Sprache als Teil des normalen Umfeldes empfinden. Das ist wichtig", so Hans Otto Meier. Wolf-Rüdiger Konitzki ergänzt: "Wir bieten die Jugendarbeit vereinsübergreifend an und fordern Interessierte aus ganz Nordfriesland auf, mitzumachen." Ein Ruf, der bisher immer erhört worden ist. 240 Kinder nahmen allein im vergangenen Jahr die Angebote des Nordfriesischen Vereins an.
Zehn der zwölf Betreuer sprechen Friesisch
Als Renner erwies sich das Sommer-Camp "Ferien für Daheimgebliebene". In diesem Jahr findet es vom 3. bis 7. August am Sportlerheim Enge statt. "Betreut werden alle Programme für Kinder und Jugendliche von Muttersprachlern", so Wolf-Rüdiger Konitzki. Von zwölf Betreuerinnen sind es zehn, die Friesisch als Muttersprache sprechen oder es später gelernt haben.
Burchardi-Flut auf der Freilichtbühne

Losgelöst vom Jugendangebot hat der Nordfriesische Verein noch andere große Projekte in Planung. So laufen die Vorbereitungen für ein großes Open-Air-Ereignis auf Hochtouren. "Burchardi-Flut" soll im September aufgeführt werden - in Bild und Ton. Freilichtbühne ist der Bottschlotter See, genauer der Platz, an dem die historischen Schleusentore zu finden sind. Das Schauspiel wird in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Dagebüll entwickelt. "Das Drehbuch ist bereits fertig", sagt Hans Otto Meier. Aus dramaturgischen Gründen wird die Aufführung in die Abendstunden gelegt.

Für Dezember ist wieder eine Kunstausstellung, dieses Mal unter dem Titel "Künstler sehen Nordfriesland", geplant. "Erstmals soll ein Kunstpreis Nordfriesland ausgelobt werden", verrät Meier.

Kontakt: Nordfriesischer Verein, Internet-Adresse: www.nf-verein.de.

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