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Silvester auf Sylt : Feuerbekämpfung und Feierlaune

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Zweimal musste die Feuerwehr im Hotel Miramar Brände löschen. Die Feier an der Westerländer Promenade hingegen verlief friedlich und ausgelassen.

shz.de von
erstellt am 01.Jan.2014 | 16:26 Uhr

Sylt | Naturgemäß gibt es über Silvester viele Geschichten zu erzählen: Die einen feiern ausgelassene Partys, andere müssen arbeiten. Selten sind auf Sylt die Realitäten aber so aufeinander geprallt, wie in bei dem Jahreswechsel 2013 / 2014. Während gegen ein Uhr vor der Musikmuschel tausende von Menschen einstimmig „Ich will zurück nach Westerland“ schmetterten und am Strand die letzten ebenso verbotenen wie unvermeidlichen Raketen in den Nachthimmel schossen, hatte die Feuerwehr ein paar Meter weiter im Hotel Miramar bereits ihren zweiten Großeinsatz in dieser Nacht.

Zum ersten Mal ging der Alarm bei der freiwilligen Feuerwehr Westerland um 21.15 Uhr. Im hinteren Gebäudeteil des Miramar brannte es in einem Tagungsraum im ersten Stock. „Wegen der Silvesterfeier waren alle möglichen Dinge in diesem Raum abgestellt worden – ein Sessel, eine Matratze, ein Tisch, Weihnachtsdekoration und einiges mehr. Diese Gegenstände haben Feuer gefangen“, erklärt Westerlands Wehrführer Jörg Elias. Die Brandursache ist noch nicht geklärt, aber die Kriminalpolizei ermittelt und Brandstiftung ist nicht ausgeschlossen.

Glücklicherweise konnte die Feuerwehr verhindern, dass das über dem Raum liegende Flachdach Feuer fing. „Dort ist sehr viel aus Holz, deshalb hatten wir ein ungutes Gefühl und haben ständig die Wärmeausdehnung ganz genau im Auge behalten“, so Elias. Dadurch, dass der Brand rechtzeitig entdeckt worden war und die Feuerwehr einen Rauchschutzvorhang einsetzte, konnte verhindert werden, dass sich der Rauch ausbreitete. Lediglich drei anliegende Zimmer mussten wegen der Geruchsbelästigung geräumt werden. Nach zwei Stunden konnte die Westerländer Feuerwehr abrücken.

Nur vier Stunden später allerdings meldete sich der Alarm erneut. „Ich dachte erst, dass es sich um einen technischen Fehler handelt, als ich gesehen habe, dass der Alarm schon wieder aus dem Miramar kam“, erzählt Elias. Aber es gab tatsächlich ein zweites Feuer im Hotel oberhalb der Westerländer Promenade. Diesmal war der Heizungskeller betroffen, in dem mehrere Möbel lagerten. „Die Hotelmitarbeiter haben gut reagiert und alle Türen geschlossen gehalten, deshalb war das Feuer auf einen kleinen Bereich beschränkt“, erinnert sich Elias.

Erst als die Westerländer Feuerwehr – verstärkt durch die Wehren aus Tinnum, Wenningstedt und Rantum – das Feuer gelöscht hatte, stellte sie den Schaden fest, den das Feuer verursacht hatte: Durch die Lüftung war Rauch in die Sauna, den Fitnessraum und das Schwimmbad gelangt. Außerdem lief Wasser von der Decke, weil sich die Heizungsrohre durch die Hitze deformiert hatten und die Stromleitungen lagen offen. „Gerade letzteres bedeutete ein großes Risiko, dass wir nicht eingehen konnten“, so Elias. Der Strom musste abgeschaltet und der Hotelbetrieb eingestellt werden. „Um halb vier haben wir die Entscheidung getroffen, dass alle 120 Gäste evakuiert werden müssen“, erklärt der Westerländer Wehrführer.

Schnell wurde die Halle 28 vorbereitet, schließlich konnten aber alle Gäste in den Hotels der Insel untergebracht werden. Einige verließen auch die Insel mit dem ersten Zug. Die Feuerwehr war noch bis halb sieben Uhr morgens im Miramar mit über 100 Mann im Einsatz. „Das Problem war, dass wir hauptsächlich die Feuerwehrmänner benötigten, die für das Tragen von Gasmasken ausgebildet sind“, erklärt Elias. Einige hatten aber bereits gefeiert und konnten nicht mehr eingesetzt werden. „Deshalb benötigten wir auch die Hilfe der anderen Inselwehren.“

Bei beiden Bränden gab es keine Verletzten. Spekulationen über die Ursachen der Brände will Elias nicht abgeben, da die Kriminalpolizei in beiden Fällen ermittelt. Er findet es aber „schon auffällig, dass es zweimal hintereinander am selben Ort gebrannt hat“.

In den nächsten Tagen muss das Miramar jetzt von Sachverständigen untersucht und von einer Fachfirma gereinigt werden. Außerdem müssen die Heizungsanlage und die Stromkabel begutachtet und wieder in Stand gesetzt werden. Das wird sich wohl noch einige Zeit hinziehen. Wie lange genau, dass kann bis jetzt noch niemand sagen.

Es gibt aber auch viel schönes über die Silvesternacht zu berichten. Rund 10 000 Menschen feierten an der Westerländer Promenade ausgelassen und friedlich miteinander ins neue Jahr hinein. Die zehn Sicherheitskräfte, die der Veranstalter Insel Sylt Tourismus-Service (ISTS) zum ersten Mal eingesetzt hat, waren überrascht über das entspannte Miteinander. „Die meisten von ihnen stammen aus Hamburg und sind Schlägereien gewohnt. Das gab es hier nicht“, erzählt Elias, der auch Veranstaltungsleiter beim ISTS ist. Zwar wurden am Westerländer Strand trotz des Verbots wieder viele Raketen abgeschossen, aber diese verursachten keinen Schaden. Bei der NDR-2-Party vor der Musikmuschel tanzten Alt und Jung ausgelassen ins neue Jahr hinein.

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