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Hoher Besuch im Schulzentrum Sylt : Fern von Kiel und gut gelaunt

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Während sie in der Landeshauptstadt mächtig unter Druck steht, kam Bildungsministerin Waltraud Wende zu einem Kurzbesuch nach Sylt.

Sie wirkte eher wie jemand, der gerade ein paar entspannte Tage auf Sylt verbracht hatte, als wie eine Ministerin, deren Haus und Büroräume just von der Staatsanwaltschaft durchsucht worden sind und derentwegen sich Regierung und Opposition in Kiel aufs schärfste attackieren. Kurz gesagt: Waltraud Wende, die wegen ihrer umstrittenen Rückkehroption an die Uni Flensburg in der Kritik steht, schien bei ihrem Besuch im Schulzentrum Sylt im Zuge ihrer Sommertour überraschend gelöst. Die Frage, ob sie sich angesichts des Ungemachs in Kiel nicht am liebsten auf der Insel verkriechen würde, verneinte sie demnach auch vehement: Sylt sei zwar schön, allerdings ihrer Meinung nach eher im Winter und momentan habe sie so viel Freude an ihrer Arbeit, dass sie an mögliche Rückzugsorte keinen Gedanken verschwende. Ihre gute Laune sei nicht aufgesetzt, betonte sie außerdem: „Um das durchzuhalten, hätte ich eine Schauspielausbildung machen müssen.“

Und so verteilte sie gut gelaunt Sonnenblumen an acht Lehrer, die zu diesem Schuljahr neu am Schulzentrum angefangen haben und damit dafür sorgen, dass das Schulzentrum personell besser ausgestattet ist als im Vorjahr, wie Schulleiterin Gonde Dethlefsen sagte. Zur Freude der Ministerin, die betonte, dass mit diesen neuen Lehrern die Umsetzung einer millionenschweren Anstrengung gegen den Unterrichtsausfall und für noch mehr Unterrichtsqualität sichtbar werde. Für den Kreis Nordfriesland gebe es schon in diesem Schuljahr 13,07 neue Stellen, davon 4,07 für die Gymnasien, 8 für die Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe sowie eine neue Stelle für die Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe. Im ganzen Land sollen es 728 neue Lehrerstellen bis 2017 sein.

Auch wenn es die eine oder andere Baustelle noch gebe: im Vergleich zu mancher Festlandsschule gehe es dem Schulzentrum gut, sagte Dethlefsen. Allerdings sei gerade das Besetzen freier Lehrerstellen auf Sylt kein einfaches Unterfangen. Für manche Stelle habe sie in den Sommerferien wie ein Headhunter nach möglichen Kandidaten fahnden müssen.

Das zeigte sich auch beim Gespräch der neuen Sylter Lehrkräfte mit der Bildungsministerin. „Man hat ja nicht so oft die Möglichkeit, face to face mit einer Ministerin zu sein“, meinte Wende selbst. Während es auf Sylt als normal gilt, dass ein großer Teil des Lehrerkollegiums auf die Insel pendelt, gaben einige der acht neuen Lehrer im Gespräch mit der Ministerin zudem freimütig zu, Sylt wäre keinesfalls ihr Wunscharbeitsort. Ihre Tätigkeit als Sylter Lehrer habe sich vielmehr aus Mangel an Alternativen ergeben.

Wende ließ dies zwar unkommentiert über den Schulbänken schweben, sprach jedoch die bekannte Sylter Wohnraumproblematik an und verwies auf die Pläne der Landesregierung, Wohnraumförderungen für Landesbedienstete zu schaffen.

Der leitende Koordinator der Regionalschule, Wolf-Dietmar Stein, sprach dagegen lieber der Gemeinde Sylt sein Lob aus, die versprochen hat, künftig 13 Wohnungen für Sylter Lehrer zur Verfügung zu stellen. Sie habe viele neue Aspekte über Sylt erfahren, sagte Bildungsministerin Wende vor ihrer Verabschiedung. In den kommenden Tagen wird sie im Verlauf ihrer Sommertour 2014 noch weitere Schulen in Schleswig-Holstein besuchen.

 

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erstellt am 28.Aug.2014 | 05:36 Uhr

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