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Sylter Rundschau

17. Dezember 2017 | 03:57 Uhr

Feier-Tage

vom

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Ostern, 1. Mai, Himmelfahrt, Pfingsten. Wir Schleswig- Holsteiner müssen jetzt sehr tapfer sein, denn für uns war´s das erstmal mit Feiertagen. Der nächste ist erst im OKTOBER, am 3., mitten in der Surfworldcup-Woche und direkt vor unseren Herbst- Schulferien. Gott, ist das noch lange hin. Da liegt noch der Rest des Frühjahrs und der ganze Sommer zwischen - wenn wir ihn denn dann dieses Jahr hoffentlich bekommen.

Laut Wikipedia (sollte ich jemals bei Jauchs "Wer wird Millionär" sitzen, gebe ich den Wikipedia-Gründer als Telefonjoker an, der muss schließlich alles wissen) haben die Bayern mit 13 Tagen die meisten Feiertage im Jahr. Und nun raten Sie mal, wer das Schlusslicht ist. Richtig. Wir. Mit 9 Tagen. Aber sollen wir deshalb nach Bayern ziehen und statt Sylter Pannfisch Bayrischen Leberkäse essen, Semmel statt Kliffkanten kaufen und uns einen lauen Föhn anstelle ´ner frischen Brise um die Nase wehen lassen? Kommt für mich nicht in Frage. Ich möchte morgens auch nicht "Grüß Gott" sagen, sondern weiterhin jedem ein fröhliches "Moin Moin" zurufen. Dann arbeite ich im Jahr eben vier Tage mehr als die. Es ist und bleibt aber ungerecht.

Die Bayern, sowie mindestens fünf andere Bundesländer, können sich feiertagsmäßig übrigens schon wieder vorfreuen auf den kommenden Donnerstag. Da ist nämlich Fronleichnam. Heißt für Sylt: Ab Mittwoch beginnt erneut die große Anreise. Das hat man als Schleswig-Holsteiner ja nicht so wirklich auf der Platte. Wer klug ist, bucht übrigens jetzt schon mal ein Plätzchen auf der Syltfähre. Die kann man nämlich vor reservieren.

Aber nicht nur durch die Feiertage ist momentan wochenends schwer was los auf Sylt. Stichwort: Hochzeiten! Natürlich ist die Insel hierbei besonders beliebt, dank seiner romantischen Kirchen, z.B. St. Severin in Keitum und St. Martin in Morsum. Der Mai ist übrigens laut Statistik der Hochzeitsmonat Nr. 1! Ganz ehrlich, die Umfrage hätten die sich auch schenken können, man muss nur einmal die Junggesellenabschiede in der Friedrichstraße zählen. Einmal habe ich sage und schreibe 16 (!!) Stück beobachtet. Es war alles dabei: der zukünftige Bräutigam im Ganzkörper-Hai-Kostüm (seine Freunde waren alle schwer verletzt und wiesen stark blutende, aber gut verbundene Wunden auf), bis hin zur mürrisch dreinblickenden zukünftigen Braut im Miss-Piggy-Kostüm (offenkundig war dieses Dame nicht so sehr beliebt bei ihren Freundinnen. So etwas macht man doch ansonsten nicht, oder?). An dem ein- oder anderen Maiwochenende kommt man sich mittlerweile jedenfalls ziemlich underdressed vor.

In diesem Jahr habe ich mich übrigens bereits Samstagmorgens überreden lassen, einer Gruppe nicht nur einen Jägermeister abzukaufen, sondern auch noch damit anzustoßen. Ich könnte mich jetzt noch vor Ekel schütteln. Kondome, Naschis, Lose! Das Beste, was ich bei einem Junggesellenabschied mal erstanden habe, war ein Waschmaschinen-Tabs. Praktisch, denn meine waren eh leer. Allerdings waren die stark alkoholisierten Jungs steif und fest der Meinung, dass es sich hierbei um Brausebonbons handeln würde. Kein geringerer als der Noch-Junggeselle himself hat es mir im Selbsttest beweisen wollen. Ich habe ihn machen lassen. Nachdem ihm der Schaum aus den Mundwinkeln trat, forderte er lautstark ein Bier zum Ausspülen. Sah hinterher nicht gut aus, der arme Kerl. Aber, er wollte ja nicht hören. Mindestens ebenso interessant fand ich den Junggesellenabschied, der mir im Vorbeigehen eine Wurst angeboten hatte. Ein Bratwurst. Heiß und knusprig braun. Wie das geht? Die Jungs hatten tatsächlich mitten in der Friedrichstraße einen Grill aufgebaut - bis die Polizei kam...

Bei einem Junggesellenabschied wüsste ich allerdings heute noch gerne, ob die Hochzeit ordnungsgemäß stattfinden konnte. Ein verzweifelter, ziemlich angetrunkener Mann im Sträflingsanzug fragte mich mal Höhe Wirtshaus Glöckl, an einem Hühnerschenkel knabbernd, ob ich eventuell wüsste, wo der Rest seiner Junggesellentruppe abgeblieben sei. Ich: "Wo hast du sie denn das letzte Mal gesehen?" Seine Antwort: "Genau hier. Allerdings gestern."

Jeden Sonnabend beschreibt Miriam Köthe exklusiv für die Sylter Rundschau, was ihr auf Sylt so auffällt und gefällt. Die Kieler Journalistin besucht mit ihrem Mann, dem R.SH-Morningman Carsten Köthe, in jeder freien Minute die Insel.

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