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Arbeiten unter der Erde : EVS renoviert Wasserspeicher auf der Insel

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Im Inneren der Sylter Lebensader: Zwei der insgesamt drei unterirdischen Trinkwasser-Speicher des Sylter Energieversorgers (EVS) werden gerade renoviert. Bis Ostern müssen die Kavernen wieder frisch sein.

Drei Meter geht es über zwei schmale Leitern hinunter in den Schacht – dorthin, wo sonst das Trinkwasser der Insel „lagert“. Unten angekommen ist es zur Zeit allerdings alles andere als nass: Auf den Boden, die herumliegenden Werkzeuge und schnell auch auf Mantel, Hände und Haare legt sich eine dünne Schicht weißer Baustaub, der überall in der Luft schwebt und das Atmen erschwert. Besonders viele Menschen haben ihn bisher nicht gesehen – den Ort, von dem die Gemeinde Sylt, Hörnum und List ihr Wasser speisen (Kampen und Wenningstedt haben einen eigenen Trinkwasserspeicher).

Zwei der insgesamt drei Wasserspeicher der Energieversorgung Sylt (EVS), Baujahr 1955, werden derzeit für etwa eine Millionen Euro renoviert. Infolge der jahrzehntelangen Beanspruchung war der alte Mörtel weich geworden. „Das ist ein normaler Verschleiss-Vorgang, die Maßnahme ist daher notwendig“, weiß Karl Dettmer, Bereichsleiter Wasser bei der EVS. Der alte Mörtel wurde in den vergangenen Tagen bis auf die Steine abgeklopft und liegt nun auf großen Haufen in der Mitte des Wasserspeichers. Bis Ostern soll die Wand mit einem besonders geeigneten Spritzmörtel wieder aufgebaut werden. „Am Ende haben wir hier eine niegelnagelneue Oberfläche“, freut sich Dettmer.

In dem langen kurvigen Gang riecht es stark nach feuchter Erde. Bis unter die Decke ist der Mäander normalerweise mit Wasser gefüllt und bildet so eine wichtige Lebensader der Insel. „Die Form ist so gewollt, denn Wasser muss fließen, damit es nicht fault“, sagt Dettmer. Das Nass wird aus diesem Grund an dem einen Ende des Mäanders eingespeist und am anderen Ende für die Versorgung der Insel abgepumpt – und landet so in den Wasserleitungen Tausender Menschen.

Weil zur Zeit nur einer der drei Trinkwasserspeicher am Netz ist, wird allerdings nicht so viel Wasser bereitgestellt, wie sonst üblich. „Weil wir gerade Winter haben und nur wenig Gäste auf der Insel sind, geht das“, sagt Dettmer. Aus diesem Grund müsse Ostern – also zu Beginn der Saison – auch alles fertig sein, denn mehr Menschen auf der Insel bedeutet auch mehr Wasserverbrauch.

„Nur wenige Wasserversorger haben so einen starken Unterschied im Verbrauch wie wir“, weiß Dettmer, „im Winter werden etwa 3000 Kubikmeter Wasser verbraucht, im Sommer etwa 13  000.“ In der Hochsaison habe es schon das ein oder andere Mal Tage gegeben, an denen die EVS mit der Wasserproduktion kaum hinterherkam: „Das war dann im Juli oder August zwischen 17 und 19 Uhr, wenn ein Gewitter kommt und die Leute vom Strand in ihre Unterkunft gehen und alle gemeinschaftlich lange duschen“, sagt Dettmer lachend. Oft komme das aber nicht vor und falls das Wasser wirklich einmal knapp werden sollte, gebe es einen Notfallplan.

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erstellt am 14.Dez.2015 | 18:46 Uhr

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