zur Navigation springen

Zum Weihnachtsfest : Euch ist heute der Heiland geboren

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

“Weihnachten hat was. Nur was?“ Traugott Giesen, Keitumer Pastor im Ruhestand, bringt im Gastbeitrag seine Sicht von Weihnachten näher.

shz.de von
erstellt am 24.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Nur wenige haben noch gute Gefühle zu Weihnachten. Immer mehr Zeitgenossen sind mit diesem Thema durch, ihnen stellt sich kein Bild mehr ein von der Heiligen Nacht. Sehen wir nicht alle unsere christliche Geschichte verloren gehen und ein kirchlich- europäisches Heimatgefühl zerbröselt? Man weiß nicht mehr, was zu glauben ist, muss täglich seinen Wesenskern neu erfinden. Das ist die Unsicherheit der Moderne- edel gesagt: unsere „transzendentale Obdachlosigkeit“.

Dabei sind da noch Spuren warmen Erinnerns. Auch wem kein Weihnachten in die Kindheit schien, möchte beschert werden; möchte vor allem selber bescheren - es ist in diesen Tagen ein Flirren in der Welt: Weihnachten hat was. Nur was?

Es liegt da in der Luft, bei aller Gedankenleere, eine Ahnung von Rettung.: Wir gehen nicht verloren. Es lebt mit der Menschheit ein guter Engel namens Jesus Christus. Er ist „der Weg, die Wahrheit und das Leben“, ist das Zentralgestirn der Menschheit.

Der bürgt für die Unvergänglichkeit Gottes, des großen „Backofens voll Liebe“ (Luther). Ich/ wir können uns gar nicht so weit verlaufen, dass wir ihm entkämen. Wir gehen Gott nicht verloren, bleiben in dem Seinen. Er sichert meine, deine Kontinuität.

Jesus bürgt für dies BeiundinGottbleiben mit seiner Biographie. Er wurde in die Welt geboren und blieb doch in Gott; er wurde aus dem Leben rausgekreuzigt und wurde doch von Gott zum Weiterbeiihmbleiben erweckt. Dafür will er keine Lobgesänge, er will nicht angebetet sein, er saugt gerade nicht uns Kraft ab sondern will, dass wir einander ehren als Mitkinder Gottes. Er hat mal gesagt: Wer an mich glaubt, wird die Werke auch tun, die ich tue, und noch größere (Johannes 14,12). Also lasst uns nicht mehr in der Vergangenheit suchen mach Einschlüssen des Ewigen, sondern heute in dir sieh Gott am Werk und du wirst Gutes zustande bringen. In dir ist Christus geboren, du seine Krippe. Du birgst ein Stück von Gottes Sein. Dein Lieben und Geliebtwerden nimm als Gottes Energie, die er dir einflößt und abverlangt. Du Maria oder Josef, Krippe oder Stall, was immer dir passt...

Und sage nicht: Du hast keinen Raum in der Herberge; sage nicht, Ich will nicht der Liebe Gestalt geben- Maria hat sich auch Gottes erbarmt. Sag' nicht, ich will nicht Vater der Liebe sein; Josef hat sich auch in Dienst nehmen lassen. Wie soll Gott denn zur Welt kommen, wenn nicht durch dich hindurch?

Durch deine Hände legt er Hand an die Welt, und durch deine Augen bewundert er die Schönheit der Welt, und durch deine Ohren nimmt er die Hilferufe der Leidenden auf, und durch deinen Leib erfährt er die Freuden der Liebe und durch deinen Geist das Wunder der Befreundung.

Gott wird Mensch, kommt in diesem Einen zur Welt, dass der uns lehre, wie Gott in uns allen zur Welt komme. In Jesus betrat Gott selbst die Erde, - das ist der Kern von Weihnachten.

Natürlich müssen wir neu lernen, dass andere Religionen auch was von Gott wissen. Das Herz der Welt, das Gehirn der Welt – der, die das Ganze spiegelt sich doch in allem Lebendigen, denkt sich seinen Teil in allem, was denkt. Wichtig, dass wir Christen einbringen, was wir von Gott zu wissen meinen. Und das ist „Ehre sei Gott in der Höhe, und Frieden auf Erden“.

Es ist nicht das Wichtigste, ob du dein von Gott Geliebtsein begreifst, sondern daß du geliebt bist. Es ist nicht das Wichtigste, ob du dein von Gott Gebrauchtsein begreifst, sondern daß du von Gott gebraucht bist. Das ist Kern des Weihnachtsfestes: Dir ist heute der Heiland geboren. Darum ja auch machen wir nicht das Fest gut, sondern das Fest macht uns gut. Das Fest befestigt uns in der Zugehörigkeit zu dem Christus und seinem Gotteswissen. Auch wenn wir davon wenig begreifen, wir dürfen feiern: Wir sind in einem guten Zusammenhang.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen