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Verkehr auf Sylt : Es wird eng auf Straße und Schiene

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Durch Bau- und Sanierungsarbeiten der L24 kommt es vor allem in der Mitte Westerlands zu Umleitungen, Staus und Straßensperrungen

von
erstellt am 17.Dez.2015 | 19:16 Uhr

Ab Frühjahr kommenden Jahres müssen Anwohner und Touristen, Gewerbebetriebe und vor allem Autofahrer in der Gemeinde Sylt mit erheblichen Einschränkungen und Verkehrsbelastungen rechnen. Geplant sind umfangreiche Sanierungsarbeiten auf der Landesstraße 24 (L24) zwischen Rantum und Westerland, mehrere Baumaßnahmen auf der Bahnstrecke von Morsum über Keitum in Richtung Westerland und mit dem Start des Sylt Shuttle-Konkurrenten RDC auch noch viel mehr Autozüge als bisher. 2016 wird allen Betroffenen viel Geduld abverlangen – und so mancher prophezeit der Insel das größte Chaos seit langen Zeiten, sogar von einem regelrechten Katastrophenjahr ist bereits die Rede.

Ähnliche Befürchtungen äußerten auch Mitglieder des Bauausschusses in ihrer jüngsten Sitzung: Anlass war ein Sachstandsbericht der Energieversorgung Sylt (EVS) über die Baumaßnahmen des Unternehmens, die im Vorfeld zur Deckensanierung der L24 durch das Land ausgeführt werden müssen. „Das ist für uns eine sehr große Herausforderung“, sagte Georg Wember, der EVS-Bereichsleiter Energienetze zu Beginn seines Vortrags. „Das wird sicher nicht einfach sein, denn wir müssen ja den Autoverkehr aufrecht erhalten.“ Es sei ein hoher logistischer Aufwand erforderlich, um die umfangreichen Arbeiten an den Versorgungsleitungen und -kanälen für Strom, Gas, Wasser und Abwasser im städtischen Bereich zwischen Halemdüür und der Gabelung Trift/Bahnweg/Kirchenweg zu koordinieren. Die EVS habe deshalb einen speziellen externen Fachplaner hinzugezogen, erklärte Wember.

Beginnen werden die Baumaßnahmen nach den Osterferien 2016, also etwa ab der zweiten Aprilwoche. Ohne Pause sollen sie dann bis Ende des Jahres laufen. Drei Kolonnen einer „leistungsfähigen Fachfirma“, so der EVS-Bereichsleiter, werden parallel in jeweils drei Teilabschnitten tätig sein. In diesen Bereichen kann es auch zu temporären Vollsperrungen kommen, an Kreuzungen soll in erster Linie nachts gearbeitet werden. Ansonsten aber wird die EVS versuchen, nur eine Fahrspur zu sperren. In der Trift, die ja „quasi dreispurig“ sei, sollen sogar die Verkehrsinseln ausgebaut werden.

„Unter der Woche wird das sicher alles gut gehen“, erwartet Georg Wember. „Problematisch jedoch wird es im Sommer mit dem Rückreiseverkehr.“ Um zu verhindern, dass sich in den Hauptabreisezeiten die Fahrzeuge von der Zufahrt zur Autoverladung bis hinunter nach Rantum stauen, werde laut EVS erwogen, einen Rückstauparkfläche im Süden, zum Beispiel auf dem Parkplatz der Strandoase, einzurichten.

„Es wird große Umleitungen geben und es wird ein großes Beschilderungssytem geben müssen“, kündigte Wember an. Derzeit laufen die Abstimmungen der EVS mit allen Beteiligten, Verantwortlichen und auch Betroffenen. Dazu zählen das Ordnungsamt und die Polizei, Veranstalter von Events auf Sylt, die beiden Betreiber der Autozüge, die SVG wegen des Busverkehrs sowie Unternehmen, die ihren Sitz im Industrieweg haben. Wie zum Beispiel die beiden Supermärkte, deren Lieferverkehr durch Sperrungen und Staus besonders betroffen sein könnte.

Ab dem Start der Baumaßnahmen werde die EVS rechtzeitig und fortlaufend über Straßensperrungen, Parkverbote und Umleitungen informieren, versprach Wember. Abgeschlossen werden müssen alle EVS-Arbeiten bis etwa Februar 2017, weil dann der Landesbetrieb mit seiner Straßensanierung gen Norden anrückt.

„Wenn ich das alles so höre, scheint mir das Chaos im Zentrum der Insel geradezu vorprogrammiert“, sagte Manfred Uekermann (CDU) auf der Bauausschuss-Sitzung. Er kritisierte unter anderem die geplante Umleitung über die Bäderstraße durch den Ringweg zur Keitumer Landstraße: „Diese Strecken sind doch für den Lkw-Verkehr überhaupt nicht geeignet.“ Der Vorsitzende des Ortsbeirats Tinnum wies wie andere Ausschussmitglieder außerdem darauf hin, dass zur Sperrung der Straßen auch eine stärkere Belastung der Schienen hinzukäme. Seit dem Fahrplanwechsel vergangenen Sonntag hat der Sylt Shuttle die Zahl seiner An- und Abfahrten deutlich erhöht und fährt jetzt alle 30 Minuten am Tag, statt zuvor nur alle 60 oder 90 Minuten. Voraussichtlich ab Februar 2016 kommen dann wöchentlich mindestens 100 Autozüge des neuen Anbieters RDC dazu.

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