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Golfmanager im Budersand : „Es war ein einmaliges Angebot“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Acht Jahre lang war Harald Holle Golfmanager im Hotel Budersand in Hörnum. Zum Ende des Jahres geht er in den Ruhestand, den er viel lieber den „Unruhestand“ nennt

shz.de von
erstellt am 19.Dez.2016 | 05:08 Uhr

Harald Holle hat Humor. Das merkt man in fast jedem Satz, den der 65-Jährige von sich gibt. Mit viel Ironie – meist ohne dabei eine Miene zu verziehen – erzählt er aus seinem ereignisreichen Leben und den letzten acht Jahren als Golfmanager im Hotel Budersand. Es sind seine letzten Arbeitstage: Ende des Jahres geht er in den Ruhestand, den er aber viel lieber den „Unruhestand“ nennt.

Der Vater von drei Kindern verlässt nicht nur das Hotel, sondern auch die Insel. Anfang Januar zieht er nach Berlin-Wilmersdorf. „Der Liebe wegen“, wie er selber sagt. Seine Freundin Verena und er haben die ganzen Jahre ihre Beziehung über 540 Kilometern Entfernung geführt, nun sei es an der Zeit, zusammenzusein.

Geboren wurde Harald Holle im Landkreis Schaumburg-Lippe, er ist aber seit über 30 Jahren in Schleswig-Holstein zuhause. Eigentlich hat er mal Koch gelernt, landete aber schließlich im Maritim am Timmendorfer Strand, wo er bis zum stellvertretenden Direktor aufstieg. Der Zufall brachte ihn dann zum Golf: „Wir hatten in dem Hotel eine 36-Loch-Anlage und mussten uns von einem auf den anderen Tag von dem Golfmanager trennen“, erinnert er sich. Der Regionaldirektor habe ihm gesagt: „Machen Sie das doch erstmal für vier Wochen, bis wir jemanden gefunden haben.“


Aus vier Wochen wurden elf Jahre


Aus diesen vier Wochen wurden dann elf Jahre. Auch wenn er zu Beginn noch gar nicht Golfen konnte. „Aber ich wusste immerhin, worum es geht“, sagt er und lacht. Erst im zweiten Jahr habe er mit dem Sport begonnen und seitdem ist er „an der Nadel“, wie er es ausdrückt.

Von Timmendorf bis Sylt ging er nicht den direkten Weg, sondern es zog ihn zuerst nach Berlin, wo er zwei Golfclubs leitete. Mit einer schicksalhaften Wendung in seinem Leben: „In Berlin traf ich meine Jugendliebe Verena wieder, in die ich schon als 19-Jähriger verliebt war. Wir haben es damals versucht, aber es hat 34 Jahre gedauert, bis es dann geklappt hat“. Die frischverliebten reisten im Februar 2008 nach Sylt. „Ich wusste, dass Claudia Ebert in Hörnum eine Golfanlage und ein Hotel baute“, erinnert er sich, „das wollte ich mir unbedingt angucken.“ Der Golfplatz war bei seinem Besuch schon fertig, das Hotel befand sich noch im Rohbau. Als Holle an diesem Tag im Februar oberhalb des Golfplatzes stand, fasste er sofort einen Entschluss: „Ich war begeistert von dem, was ich da sah und wollte mich sofort bewerben. Allerdings dachte ich auch, dass die so einen alten Knacker wie mich nicht nehmen würden.“ Er täuschte sich – und traf sich schließlich mit Simon Ebert bei Kaffee und Tee im Café Lund zu einem zweieinhalbstündigen Bewerbungsgespräch. Kurze Zeit später hatte er den Job.

Er krempelte dafür sein ganzes Leben um. „Das war ein Angebot, das man nur einmal im Leben bekommt“, sagt er heute, „ich musste das einfach machen und habe es nie bereut.“ Manchmal hätten ihn Leute gefragt: „Und du wohnst jetzt richtig auf der Insel“, seine Antwort darauf war immer die gleich: „Na klar, falsch kann man hier ja nicht wohnen.“


Verbunden mit dem Budersand


Dass der Golfplatz nach ein paar Jahre zu den besten Deutschlands gehört, habe man damals noch nicht ahnen können, sagt er rückblickend. Holle war ein Teil des Teams, das den Platz zu dem gemacht hat, was er heute ist. Und er war immer mit Freude dabei: „Es ist toll, dass man in so einem Milieu arbeiten darf, da macht es einfach Spaß.“, betont er. Auch fühle er sich mit dem Golfplatz und dem Hotel Budersand wahnsinnig verbunden: „Wenn man sich mit dieser Golfanlage nicht identifizieren kann, dann wahrscheinlich mit gar keiner“.

Den Golfplatz, auf dem er arbeitet, bespiele er selbst auch gerne. Allerdings nicht sehr oft. „Ich wurde bei meiner Einstellung von Frau Ebert gefragt, welches Handicap ich habe“, erinnert er sich. „Ich konnte sie beruhigen, mein Handicap ist 28. Wäre es einstellig gewesen, hätte ich viermal die Woche Golfen müssen – und hätte nicht arbeiten können“. Wenn er von seinem Arbeitgeber, der Familie Ebert, redet, kommt Holle ins Schwärmen. „Es ist sehr persönlich und wir haben hier Freiheiten, die gibt es sonst nirgendwo.“

Daher gehe er jetzt mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die Jahre, die noch kommen, will er aber gut nutzen: „Ich werde nicht zuhause sitzen und warten, bis die Tagesschau anfängt“, sagt er überzeugt. „Außerdem darf ich auch noch ein paar Dinge für das Budersand machen, wie Messen besuchen.“

Außerdem möchte er gerne Seminare zum Thema „Wie wird man erfolgreich Gastgeber“ anbieten, in denen Golfmanager von seinen Erfahrungen lernen können – denn in vielen Golfclubs ließe das absolut zu wünschen übrig, weiß er. „Dort kennen die Manager ihre Mitglieder nur vom Kontoauszug.“. Ob das funktionieren wird, weiß er noch nicht. „Aber ich hab ja nichts zu verlieren.“

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