Gesundheitsminister auf Sylt : „Es war ein bereichernder Tag“

Ins Gespräch vertieft: Minister Heiner Garg mit Verwaltungsdirektorin Saskia Louwers und dem ärztlichen Leiter der Klinik Dr. Rainer Stachow (v. li.).
Ins Gespräch vertieft: Minister Heiner Garg mit Verwaltungsdirektorin Saskia Louwers und dem ärztlichen Leiter der Klinik Dr. Rainer Stachow (v. li.).

Schleswig-Holsteins Sozial- und Gesundheitsminister Heiner Garg besuchte am Freitag die Fachklinik Sylt.

shz.de von
06. August 2018, 05:30 Uhr

Ein paar Minuten ließ der Minister für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein seine Gastgeber auf sich warten: „Die Zugverbindung“, erklärte er und fügte schmunzelnd hinzu: „Aber der Verkehrsminister ist heute ja glücklicherweise auch auf der Insel.“ Im Rahmen seiner „Sommertour“ besuchte Dr. Heiner Garg gestern die Fachklinik Sylt und informierte sich über die dort angebotenen Behandlungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. „Ich habe nach meinem Amtsantritt die Deutsche Rentenversicherung besucht und wurde dort auf die Fachklinik aufmerksam gemacht“, berichtete der Gesundheitsminister. In diesem Sommer tourt er durchs Land, um sich ein Bild von Orten zu machen, an denen kranke und pflegebedürftige Menschen von professioneller Hilfe und Ehrenamt profitieren. „Als ich hörte, was die Klinik für Kinder und Jugendliche leistet, war mir sofort klar, dass meine Reise mich auch nach Sylt führen würde.“

Unter der Trägerschaft der Deutschen Rentenversicherung betreut und versorgt die Fachklinik Sylt Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen wie Asthma, Neurodermitis und Diabetes – als einzige Kinderkurklinik in Deutschland, die sich auch schweren und seltenen Erkrankungen wie der angeborenen Hauterkrankung Epidermolysis bullosa widmet. Bei seinem Rundgang durch die Klinik nahm der Minister sich viel Zeit für Gespräche mit Patienten und Mitarbeitern und zeigte sich abwechselnd einfühlsam und beeindruckt von den Erfolgsgeschichten: „Ich habe einen überaus interessanten und kurzweiligen Eindruck davon gewinnen können, was für eine sensationelle Arbeit hier geleistet wird. Es war für mich ein unglaublich bereichernder Tag.“ Als Sozial- und Gesundheitsminister besitze er zwar ein abstraktes Wissen darüber, welche Probleme eine Klinik wie diese beschäftigen, „Aber es ist trotzdem etwas anderes, wenn man es persönlich gesehen hat. Wenn die Klinik nun mit einem Problem an mich herantritt, weiß ich genau, worum es geht.“ Eine Frage, die Heiner Garg nach seinem Besuch besonders beschäftigte, war die nach den rückläufigen Antragszahlen: „Seit 2007 werden rund 36 Prozent weniger Rehabilitationsmaßnahmen für Kinder beantragt – bei leicht steigender Zahl der Erkrankungen. Ich glaube, viele Menschen wissen gar nicht, dass sie unter bestimmten Voraussetzungen einen gesetzlichen Anspruch haben. Manche Eltern haben vielleicht auch Angst, dass ihr Kind zu viel in der Schule versäumt oder scheuen den Verdienstausfall, wenn sie ihre Kinder begleiten.“ Diese Probleme möchte der Minister gerne aus der Welt schaffen – auch für Erkrankungen, die aufgrund ihrer Seltenheit oft durchs Raster des Gesundheitssystems fallen: „Ich weigere mich, die Gesundheitsversorgung nur durch die ökonomische Brille zu sehen. Wenn junge Menschen fit gemacht werden und zu selbstbewussten, zufriedenen Menschen heranwachsen, ist das eine Investition in die Zukunft.“

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