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Sylter Rundschau

22. Juli 2017 | 00:31 Uhr

Hoteljubiläum : „Es läuft prima!“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Interview mit Gabor Hnizdo zum 10-jährigen Jubiläum des TUI-Dorfhotel, das heute zum Tag der offenen Tür einlädt

Herr Hnizdo, Sie sind im dritten Jahr Direktor des Dorfhotels. Mit welcher Vorstellungen von der Insel und Ihrem Job im Hotel haben Sie im Januar 2015 hier Ihren Dienst angetreten?

Meine Vorstellungen, was die Insel betraf, waren sehr konkret, denn ich komme seit Kindertagen nach Sylt. Meine Eltern waren schon große Sylt-Fans. Ich wurde es auch und bin es bis heute. Mit Blick auf meinen Job hier im Hotel, hatte ich mir vorgenommen, erstmal zu schauen, was ich vorfinde, um dann zu entscheiden, wie ich darauf reagiere.

Was haben Sie vorgefunden?

Ich durfte sehr schnell feststellen, dass meine Vorgänger schon sehr gute Arbeit geleistet hatten. Sowohl im Kollegenkreis, aber auch sonst spürte ich Akzeptanz und freundliche Aufnahme. Also, es läuft prima!

Wenn es prima läuft, heißt es dann auch, dass die Auslastungszahlen im Hotel prima sind?

Ja, das kann ich sagen. Das Konzept, im Appartement wohnen und den Hotelservice -und Komfort genießen, hat viele Freunde. Unsere Zahlen steigen beständig, aber wir gehen auch davon aus, dass langsam für unsere und auch alle anderen Betriebe eine Grenze bei den Übernachtungszahlen erreicht ist.

Mit 159 Appartements verschiedener Größe, die wiederum in vielen kleinen Häusern untergebracht sind und so quasi ein eigenes Dorf bilden, erstreckt sich das Hotel über einige Hektar und prägt das Bild an dieser Stelle Rantums. Wenn Sie diese Anlage heute neu bauen dürften, würde sie genau so aussehen?

Ganz ehrlich? Nein! Ich würde einen anderen Stil bevorzugen.

Nämlich?

Eine Architektur, die sich mehr an den auf Sylt herrschenden Bauten orientiert. Also mit typischen Elementen der friesischen Bautradition. Aber von der Größe und der damit verbundenen Kapazität würde ich sagen, passt die Planung gerade auch für Rantum sehr gut.

In den ersten Planungen war sogar Reetdeckung vorgesehen. Würden Sie sich die wünschen? Oder kommt die nachträglich?

Ja, ich hätte mir die gewünscht, aber nein, sie wird nicht kommen – auch nicht nachträglich. Aber wir haben ein Facelifting geplant, bei dem vor allem die Farbgebung der Häuser sich mehr an das Naturschutzgebiet hier anpassen wird. Und man darf nicht vergessen, dass wir durch unsere Grünpflanzen unser Dorf sehr belebt haben, ihm das Kahle genommen und viele schöne, lebendige Höfe gebildet haben. Es macht dadurch noch mehr Freude durch unser Areal zu spazieren. Einen Großteil der besonders entspannten und sehr familiären Atmosphäre hier bei uns kommt natürlich durch unsere Gäste, ihre Kinder und all das Leben, das sie hereinbringen.

Sind es denn in erster Linie Familien, die hierher kommen oder ziehen Sie auch allein reisende Gäste an?

Richtig ist, dass wir als familienfreundliches Hotel konzipiert sind und ein Großteil unserer Gäste sind auch Familien mit Kindern der unterschiedlichsten Altersklassen. Aber auch Paare sind hier sehr gern, Alleinreisende finden wir nur wenige unter unseren Gästen.

Denen sind die Kinder zu laut – oder?

Sicher sind Familien gerade mit kleinen Kindern nicht immer ganz still, deshalb haben wir für Gäste ohne Begleitung von Kindern auch in unseren Restaurants Ruhezonen, in denen sie ungestört speisen können.

Wie verstehen Sie sich als Hoteldirektor eines Appartementdorfes? Sind Sie Gastgeber oder Manager?

Weder das eine noch das andere in Reinform. Zunächst einmal führe ich mit diesem Hotel ein Unternehmen, das gutes Personal braucht, um all unsere Leistungen auf dem von uns versprochenen Niveau zu erbringen. Ich bin deshalb sehr glücklich, sagen zu können, dass wir alle Stellen besetzt haben - wir dürften eines der ganz wenigen Häuser auf der Insel sein, das im Moment keine Mitarbeiter sucht.

Wie schaffen Sie das?

Für uns auf der Leitungsebene stehen Wertschätzung und Respekt gegenüber unseren Mitarbeitern als gelebte Realität ganz oben. Wir haben flache Hierarchien, halten Arbeitszeiten ein, geben Benefits und empfinden uns als ein großes Team. Diese Situation haben wir in den vergangenen zweieinhalb Jahren aufgebaut. Dadurch ist es mir auch möglich, mein Büro immer öfter zu verlassen, um bei den Gästen zu sein. So dass ich sagen kann, gut ein Drittel ist Gästearbeit, ein Drittel ist Personalarbeit, ein Drittel ist Bürodienst.

Welcher der drei Bereiche gefällt Ihnen besonders?

Der Gästebereich – aber ich bin auch sehr gerne mit meinen Mitarbeitern zusammen, weil wir eben so ein fantastisches Team sind. Aber als Hotelier sind es ja die Gäste, für die ich da sein möchte. Auch um ein Gefühl für Ihre Wünsche, Erwartungen und sicher auch hier und da mal ihre Kritiken zu bekommen.

Beklagen sich viele bei Ihnen direkt oder nur im Internet?

Weder noch. Wir hören hier von unseren Gästen sehr viel Positives und haben auf dem Onlineportal Holiday Check eine Weiterempfehlungsrate von 94 Prozent. Das ist richtig gut und macht uns auch ein bisschen stolz.

Wenn alles so toll läuft, fragt man sich, ob es reicht, Sie hier zu halten, denn bisher war die Fluktuation bei den Dorfhotel-Direktoren durchaus hoch, drei Jahre waren da schon viel. Wie lange bleiben Sie?

Nun, eigentlich hatte ich mit meiner Frau unseren Lebensmittelpunkt in Bad Homburg, aber wir haben es so geregelt, dass Sylt zum Mittelpunkt geworden ist. Also ich kann mir vorstellen, mit offenem Ende dem Dorfhotel und der Insel treu zu bleiben. Sylt ist eben ein ganz besonderer Ort - und das Dorfhotel mir langsam ans Herz gewachsen.

 

Zur Person Gabor Hnizdo (54)

Nach seiner Ausbildung zum Hotelkaufmann arbeitete der gebürtige Oberhausener und Vater zweier erwachsener Töchter langjährig im Hotel InterContinental Berlin und im Grand Hotel Esplanade Berlin als Front Office Manager. Seine internationale Karriere begann er als Resident Manager im Paradise Tatbeach Golf Hotel in der Türkei, bevor er Mitte der 90er als Corporate Executive Front Office Manager und Trainer bei Paradiana International für 26 Häuser für Thomas Cook tätig war. Während seiner langjährigen Selbstständigkeit als Hotel Consultant wirkte er bei vielen internationalen Neueröffnungen mit. Beispielsweise an der Eröffnung des Robinson Club Tabarka in Tunesien und dem ersten 5 Sterne Hotel Montenegros – dem Hotel Splendid. Bevor Hnizdo nach Sylt kam, führte er das TUI Blue Fleesensee.

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erstellt am 24.Jun.2017 | 07:50 Uhr

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